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kung, nämlich, dafs der Tlieil des Unterleibes, welcher im Liegen dem Fundus vesicae entspricht, im Stehen der vorderen Wand derselben entspreche.
Das elastische Röhrchen, dessen Länge man nach der Dicke der Schamgegend abmifst, läfst man mehrere Tage lang liegen (Lassus *) liefs es 5o Tage lang liegen), worauf man es zum Reinigen heraus nimmt, und ein anderes dafür einlegt. Sobald man den natürlichen Weg des Harnes wieder befreyt wahrnimmt, zieht man das elastische Röhrchen aus, lind läfst die mit einem gut klebenden Pflaster bedeckte Fistelmündung zuheilen. Der Patient hält sodann bey dem jedesmaligen Harnlassen den Finger durch das bedeckende Pflaster auf der Fistelmündung, um das Aus- fliessen des Harnes auf diesem Wege zu verhindern. Ja man kann sogar, sobald nur die Wunde der Harnblase mit der Wunde der Bauchdecken verwachsen ist, das Röhrchen, als überflüssig, weglassen. Man bedeckt die Fistelöffnung in der Schamgegend mit einem guten Klebpflaster, z. B. dem ■Emplastro adhaesivo nach der neuen, nicht nach der alten Würtemberger Fharmacopoe bereitet, und der Patient läfst von Zeit zu Zeit den Harn aus der Oeffnung so lange, bis der Harn wieder seinen natürlichen Weg nimmt.
Sollte sich jedoch, nach wieder geöffnetem natürlichen Harnkanale durch die Harnröhre, die äufsere Fistelöffnung nicht schliessen, und auch ein mäfsiges Reizen derselben nicht hinreichen, so empfiehlt man das Einbringen eines, mit einem Stöpsel versehenen, elfenbeinernen Röhrchens. .
*; Pathologie .chirurgicale, Paris, i8o5. Tom. i.
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