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wird, wie Ober teuf feb *) sowohl als Mi eg l ) davon merkwürdig» Fälle erzählen».
§. So.
Da wir weder die Gröfse, oder den Umfang, noch die Tiefe und Anzahl der Geschwüre in der Harnblase mit einiger Gewifsheit zuibestim* men vermögen, indem ein kleines, aber die Blase durchfressendes Geschwür plötzlich tödtet, wenn ein weit über ihre Fläche verbreitetes, raber flaches, oder weniger tiefes Geschwür, wie wir täglich an Steinkranken wahrnehmen, Jahre lang anhalten kann, so läfst sich auch meistens nur eine ungewisse, immer aber doch eine sehr bedenkliche Prognosis stellen.
Dafs jene, durch den Stein entstandene, flachen Geschwüre der Harn«* blase, nach glücklich weggenommenem Steine, ohne alle Kunst, von selbst heilen, davon hat man bekanntlich eine Menge von Beyspielem.
§• 3j.
Bey der Heilung der einfachen Blasengeschwüre verfährt man in der Hauptsache, wie bey der Blasenentzündung, §. 85 weil die Ränder und Oberfläche dieser Geschwüre in einem entzündeten Zustande sich befinden müssen , um zur Heilung gelangen zu können. . *
Indessen da der Hauptsturm der Entzündungs-Zufälle sich gewöhnlich mit der Entstehung des Geschwüres legt, so kann man zur Hebung der Schmerzen und Stillung der Blasenkrämpfe freyeren Gebrauch vom Mohnsafte'machen. Den Kranken läfst man fleifsig Kalkwasser mit: Milch trinken, man läfst ihn die Bärentraube nach den Vorschriften von de Ha en c ), Girardi **) , Ges n er e ) , und so vieler anderer Männer S)
,• 0 a) Museum,,der Heilkunde,von der Helvetischen Gesellschaft. Erster Band NYo. t b') Ebendaselbst Nro. 47. c'' Ratio medendi. Tom. II. III. V. IX. X.
d^j De iiva ursi. Petav. 1764. in Sakdifokts Thesaurus Diss. Vol. 2.
( e) Sammlungen aus der Arzneygelahrtheit und Naturkunde. Nördl. 1770. ,
/) Murrax in s. Apparatus Medicamimim. l!l