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. Eisenmateries arthritica, antiqua sua sede (nämlich im Fufse) relicta* ad

genu migravit', und der Kranke geheilt ward. '

Insbesondere passen hier die angegebenen Bähungen oder Aufschläge von erweichenden Breyen aus Leinsaamenmehl, oder Mohnköpfen* oder Bilsenkraut, oder Eibischwurzel mit Milch, oder Semmelkrummen auf den Schaamberg und das Mittelfleisch. Des Nachts legt man Kräütersäck- chen aus Pfeffermünze, Salbey, Chamillen, Hollunderblüthe, oder das Em- plastrum de mica panisauf, und macht nebenher noch Einreibungen von fluchtiger Salbe mit Campher und Mohnsaft, oder selbst auch, ohne den mindesten Verdacht von venerischem Gifte, als krampfstillendes Mittel von Quecksilbersalbe. Simmons und Fowler rühmen den Tabacks- aufgufs bey Harnbeschwerden alter Leute. Erweichende ölige Klystiere lassen sich hier leichter* und selbst mit mehrerer Hoffnung einer baldigen r Hülfefanbringen. Sehr schnelle Hülfe leistet oft ein^ mit wässerigem

, Opiumextracte zu 5 , bis 6 Granen versezte Klystier.

Der verdiente Wendt *) befreyte durch den von Likb em­pfohlenen Saft der Eispflanze (Mesembryanthemum crystallinum") einen 70 jährigen Mann von einem heftigen Blasenkrampf, an dem er immer des Nachts gelitten hatte. Ja in einem andern verzweifelten Falle leistete er fast augenblickliche Hülfe.

Innerlich reicht man Mohnsaft allein, oder mit Calomel* nebst vie­lem warmen, schleimigen, milden Getränke, z. B. Absud von Hanf- saamen , Mandelmilch , oder Mohnsaamenmilch , Hanfsaamenmilch. Clin ß **) und Thomas ä ) loben gar sehr die Tinctura ferri muriati nach der neuen Londner Pharmacopoe bereitet, zu 10 Tropfen stündlich, bis Wirkung erfolgt.

Ist der Patient blutreich , kräftig , oder sind seine gewohnten

Blu-

*) In Hdfeunds Journal, Band I.

**) Medical Records and Piesearchcs selected from tlie Papers of a private Medical Association, lyqö. Vol. 6.

a) The modern Fractice of Physick. Lond. 1802.