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selten der Fall, wie aus den oben im 16. §. angegebenen Ursachen desjeni­gen Blasenkrampfes, von dem hier gehandelt wird , erhellt.

Löst sich dieser Krampf nicht, wenigstens bis zu einem erträglichen Grade, so kann er sogar tödtlich werden.

Hat der Blasenkrampf zu lange angehalten, oder ist er zu oft wieder gekommen, so geht er auch wohl, besonders bey alten Männern, durch Schwächung der Muskelfasern der Harnblase, in die entgegengesezte Krankheit, nämlich in die Blasenlähmung §. 02 . über.

§. 18.

In Rücksicht der Behandlung eines Blasenkrampfes bey Menschen von hohem Alter, und arthritischer Constitution, findet gröfstenlheils diejenige Heilmethode statt, welche bey der Blasenentzündung §. 8. ange­geben worden, um so mehr, als, wie gesagt, Blasenentzündung mit mehr oder minderem Blasenkrampfe verbunden zu seyn pflegt.

Dafs man folglich, wenn die aus den Gliedmafsen verschwundene Gichtmaterie sich auf die Blase wirft, und Krampf erregt, diese auf die Gliedmafsen zurück zu leiten suchen müsse, braucht wohl keiner Wieder­holung. Clerk *) legt defshalb spanische Fliegenpflaster an die Beine, und behauptet, die arthritische Strangurie habe das Besondere und Diagno­stische, dafs sie sich am kräftigsten durch solche Blasenpflaster heben lasse, welche doch sonst so leicht Strangurie zu erzeugen pflegen. Adolph Murray b ) sah in diesem Falle einen auf dem Kreuzbein abgebrannten Pouteauschen Cylincler auf der Stelle helfen.

Wie 'erstaunend wirksam ein Cauterium sich in solchen arthritischen Znfällen beAveist, sehen wir an dem von H. R. Schmidt im XLVII. §. seines Commentarius de Nervis lumbalibus angeführten Falle, bey einer Atrophia a materia arthritica , wo, nachdem alles vergeblich angewendet worden war, in sechs Tagen, nach an den Lenden angelegtem glühendem

a) Essays and Observations pbvsical and littei'ary. Vol. III. pag. 44 ^*

b ) Diss. de pavacentesi cystidis urinariae. Upsal. 1771.