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jährigen, endlich an oft wiederkömmenden heftigen Blasenkrämpfen ge­storbenen Manne, in weichem die Leichenöffnung die Harnblase bis auf eine Verdickung, und Erweiterung ihrer von Blut strotzenden Gefafse übrigens ganz gesund (integram) zeigte. Einen andern einige 60 Jahr alten arthritischen Mann, der an gleichen Zufällen litt, heilte er in sieben Tagen glücklich, durch Aderlässen und milde einwickelnde Getränke. Ein anderer über 60 Jahre alter Geistlicher bekam, besonders nach langem lautem Predigen, die heftigsten Blasenkrämpfe, welche mit Entzündung, Eiterung und Tod endigten. Ein anderer ßojähriger Gelehrter wurde end­lich doch ein Opfer der Blasenkrämpfe, die ihn drey Jahre lang geplagt hatten.

§. . 3 .

Die Erkenn tu ifs des Blasenkrampfs fällt in den meisten Fällen nicht schwer. Denn da wir hier gröfstentheils nur von Kranken aus höhe­ren Ständen sprechen, welche gewöhnlich die Lage und Gröfse ihrer Harn­blase gut kennen, auch bey sogenannten galanten Krankheiten die grad­weise, und beschwerliche Ausleerung und Zusarnmenziehung derselben sattsam empfanden, so fühlen auch solche Kranke, bestimmt und ohne Täuschung, in Ihrer Harnblase, einen heftigen, zusammenziehenden, schnürenden Schmerz. Dieser Schmerz schiefst vorwärts gegen die Harn­röhre, kitzelt die Eichel und steift sie, aber mit Unbehaglichkeit. Der Abgang des Harns ist Trotz des allerheftigsten Triebes dazu gehemmt. Der in den Harnleitern vor der zusammengeschnürten Harnblase sich an- 'sammelnde Harn spannt dieselben, macht Schmerzen in den Lenden, im Kreuze, in dein Hoden, ja selbst in den Schenkeln. Die gleichsam zu ei­nem harten Ball zusammengezogene Harnblase, zerrt am Mastdarm, ver­ursacht Stuhlzwäng, und durch Zurückhalten dea Blähungen einen trom- inelartig aufgetriebenen Unterleib. Daher bey diesem Zufall, dem man auch, leider seiner Allgemeinheit vregen, den eigenen Namen Harn­winde giebt, grofse Unbehaglichkeit, Unruhe, Beängstigung, und kal­ter Schweifs bemerkt worden. Hält ein solcher Krampf mehrere Stunden