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B lasen kramp f.

(Spasmus vesicae *).

§ >= .

E ine der häufigsten Krankheiten, welche die Harnblase befallen, ist der Blasenkrampf, oder eine Zusammenziehung derselben, welche wegen ihrer ungemeinen Heftigkeit nicht nur sehr schmerzhaft ist, sondern auch, weil sie sich dem Einflüsse des Harnes gleichsam gewaltsam widersezt, in gar kurzer Zeit sehr bedenkliche Zufälle verursacht. Da die Harnblase aus einem muskulösen Sacke oder Beutel besteht, so ist es auch ganz be­greiflich , dafs sich ein mehr oder minder heftiger Krampf zu allen Krank­heiten derselben symptomatisch gesellt. Z. B. zur Blasenentzündung §. i., zum Harnsteine, zum Blasencatarrhe 19., zum Blutharnen §. 83., und selbst zu einem überhandnehmenden venerischen und arthritischen Trip­per. Symptomatisch und periodisch gesellt sich ferner der Blasenkrampf nicht nur zu den Geschwüren der Harnblase §. c5., sondern selbst zu den nieisten organischen Veränderungen des Mastdarms, so wie zu den meisten Krankheiten der Nieren, welche z. B. Blut, Eiter, oder Steine in die Blase hinabschicken.

Hier aber haben wir nur denjenigen Blasenkrampf in Betrachtung zu nehmen, welcher bey alten Männern ohne Harnsteine, ohne Krankheit der Nieren und des Mastdarms, gleichsam für sich bestehend, als ein die­ser Lebensperiode bey arthritischer Constitution, besonders eigener Zufall erscheint. So erzählt Hoffmann **) einen Fall von einem vierzig-

*) Die drey Monographien über den Blasenkrampf von Ettmüliiä, Fürstenau,

und Hoffmann kenne ich blos aus Pioucijuets Bibi. med. pract.

**) gravi spasmo et dolore vesicae et adjacentium partium im vierten Bande der Mcdicina rat. syst. Obs. 1. 2. 5. und 7.

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