Tausend Meilen, in der jetzigen Donaugegend unversehrt abgesetzt, und in einem sie umhüllenden Kalklager begraben zu werden j da es ferner w r ohl keinem Zweifel unterworfen ist, dafs die jetzige Donaugegend zu irgend einer Zeit Meeresgrund gewesen seyn müsse, so bleibt es wohl am wahrscheinlichsten, dafs sie als Seebewohner hier, an Ort und Stelle, lebten und webten, und von einer schlammigen , auf sie sich niederschlagenden Kalkaullösung bedeckt und begraben wurden.
Wer mag es aber für jetzt schon wagen, die Zeitperiode zu bestimmen, wann dieses geschah? oder die Art auszumitteln, wie sich das Klima änderte? oder die Stelle anzugeben, wohin das Meerwasser abflofs, oder wahrscheinlich zu machen, warum diese Geschöpfe aussterben sollten? Dieser Dinge Ursache ergründen (harum rerum cognoscere causas) dürfte noch lange ein Wahlspruch unserer Akademieen bleiben.
§• 34 -
Vielleicht werden einst andere Naturforscher durch das Auflinden mehrerer Exemplare unsers Ornithocephalus in den Stand gesetzt, dasjenige zu ergänzen, was gegenwärtigem Gerippe an Vollständigkeit oder meiner Schilderung an Richtigkeit noch abgeht.
Vielleicht werden durch künftige Entdeckungen dieses oder wenigstens eines ihm sehr verwandten Thieres in der noch lebenden Natur meine Deutungen und Muthmafsungen zur Gqwifsheit erhoben, da man in neuern Zeiten nicht nur Originale zu Ammonshörnern, Echiniten und Encriniten, sondern auch so manche unserm Ornithocephalus sich nähernde Thiere aus den Inseln der Südsee mitbrachte.
Glückte mir doch einst, die Errathung der noch unbekannten Schneidezähne des Rhinocéros im fossilen Zustande, zu einer
Zeit,