Die meisten Wundärzte, z. B. Arnaud, Heister/ Ialadon, Gilibert, Ho in, Garengeot, Pipe- let, Günz, Chislett, Lassus, le Maire, Hen- ckel, Siebold und Richerand, welche Bauchbrüche selbst behandelten, bezeugen an den im roten und uten §. genau angegebenen Stellen, daß die Zurückbringung der Dauchbrüche gewöhnlich ohne Schwierigkeit erfolgt. DaS Gleiche fand ich in den mir vorgekommenen Fällen.

Hat man den Bruch gehörig zurückgebracht, so ap- plicrrt man, im Wegziehen der linken Hand, womit man die Bruchpforte bedeckt oder gleichsam zugeschlossen hält, sogleich mit der rechten Hand die Pelotte des Bruchbandes auf diese Bruchpforte.

Die schicklichsten und besten Bruchbänder für Bauch- brüche bestehen aus einem, wenigstens vier Zoll breiten, mit Schnallen versehenen, Gurte aus Barchent (Calicot) auf dem sich die Pelotte befestiget befindet.

Die Größe und die Gestalt der Pelotte läßt sich so wenig im Allgemeinen genau bestimmen, als die Breite des Gurtes. Die Pelotte muß der Größe des Bruches, und der Gurt dem Umfange des Bauches des Patienten eigens angepaßt werden. Die Pelotte muß etwas größer, und der Gurt ein bis zwei Zoll breiter, als die Bruchpforte selbst gemacht werden.

Gewöhnlich sind die Bauchbrüche aller Art eyförmig, so daß ihr längerer Durchmesser der senkrechte, der kürzere der querliegende ist. Demgemäß muß man die Gestalt der Pelotte eyförmig, doch bald rundlicher, bald länglichter, einrichten. Diese Pelotte braucht übrigens nicht hoch oder dick zu seyn; bey mageren Personen von mittlerer Größe ist ein rheinländischer Zoll Höhe für die Pelotte mehr als hin-