und als Arzt, manchen Nachthell von den nicht gehörig oder unnöthig angelegten Nabelbinden hatte einsehen ler­nen. Es kamen mir unter andern Fälle vor, wo man mich wegen des Wegbrechens der gesündesten, besten Milch von den gesündesten ruhigsten Kindern, um Rath fragte. Ich befühlte den Leib, und fand ihn (aus Furcht vor elnem Nabelbruche) mit einer Binde fest umgürtet; ich untersuch­te den Nabel, fand ihn in Ordnung, lies die Binde ab­nehmen, verbot, sie wieder anzulegen: und von der Stunde an hatte das Brechen ein Ende. Die Erklärung dieser Erscheinungen ist ganz leicht. Die Bauchdecken nämlich sind weich, und beweglich, sollen dem, durch das Saugen sich füllenden, Magen willig und beträchtlich nachgeben und sich ausdehnen lasten: die Nabelbinde dagegen, falls sie ihren Zweck erfüllt, ist unnachgebend, die Ausdehnung des Un­terleibes hindernd; folglich muß der Magen von der Por­tion Milch, welche das Kind instinkt mäßig, zu sich nimmt, so viel wieder auswerfen, als ihm die Leibbinde zu be­halten verwehrt. Dieses Ausbrechen der Milch erfolgt aber um so leichter, als bekanntlich die Bauchmus­keln am Erbrechen den größten Antheil haben; nicht zu gedenken, daß man durch solche Nabelbinden die, zur Schließung des Nabelringes erforderliche, Ausdehnung der Bauchdecken beschränkt. Übrigens habe ich an einem an­dern Orte *) die Bemerkung umständlich erörtert, daß die Nabelbinden, welche man, um Brüche am Nabel zu ver­hüten, anlegt, wohl dagegen, als Ursache von Brüchen m den Leisten, höchst verdächtig seyn möchten.

1) Preisfchrift über die Ursachen der Leistenbrüche«