Z w e i t e t Abschnitt.

Verhütung der Nabelbrüche bey Kindern.

§. 65 .

Vorhergehenden ist schon gezeigt worden, daß der Satz fast allgemein angenommen zu seyn scheine: der Nabel eines neugebohrnen Kindes bleibe eine Zeitlang schwacher, als der übrige Theil der Dauchdecken, und leiste folglich auch den, in der Bauchhöhle enthaltenen, Eingeweiden we­nigeren Widerstand. Hiedurch begründet man die, eben so allgemein verbreitete, Besorgniß für Nabelbrüche bey Kin­dern. Man legt also, zur Verhütung dieses vermeintlichen Gebrechens, fast in allen cultivirten Landern die soge­nannte Nabelbinde an, besonders, weil berühmte Wundärzte ein zu frühes Ablegen derselben als eine Ursache der Nabelbrüche angeben. Unter andern behauptet Hei­ster x ), daß ein Nabelbruch entstehe, wenn man, nach abgefallener Nabelschnur, nicht noch eine Zeitlang den Na­bel mit einer Binde zusammenhielte. U l h o o r n setzt gleich­falls eine der gemeinsten Ursachen der Nabelbrüche darinn, daß die Wärterinnen am Nabel der neugebohrnen Kinder

r) Insmut. chir. pag. 7Z6.