Magen.

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wohnheiten, Sitten, und Gebrauchen, ohne Nach­denken , blindlings folgen, und in gefunden Tagen selten auf ihre natürliche, richtige , sicher leitende Gefühle achten; so kann nur der ruhige, abgezogene Verstand auömitteln, welche Nahrung dem Menschen wirklich am vorteilhaftesten, gesundsten, wenigstens völlig un­schädlich seyn möchte.,

Hat nicht allmahlige, gradweise Angewöhnung- Dinge zu eigentlichen Leckerbissen, fast zu unentbehrli­chem Bedürfniß gemacht, die der unverdorbene, nicht verwöhnte, gesundeMensch, wegen ihres üblen Geruchs und widerlichen Geschmacks, nicht nur unberührt laßt, sondern selbst verabscheut, wegen den unangenehmen Folgen, die sie auf ihn hatten, wenn er ihren Genuß zu versuchen sich bereden ließ, und dafür durch Magen­schmerzen, Brechen, Leibreissen, oder Darmeschmer- zen, und Durchfall bestraft wird?

Bemühte man sich nicht, selbst offenbar giftige Gewächse und Thiere durch allerhand Bereitungen un­schädlich zu machen? oder sich mit Vorsah und Gewalt gradweis an sie zu gewöhnen?

Da man also bei Entscheidung der Frage über Unschädlichkeit einer Nahrung, dem verwöhnten Gefühl der Zunge und der Nase nicht trauen darf, so scheint einer der sichersten Wege zur Beantwortung dieser Frage theilö die Betrachtung und Vergleichung des menschli­chen Baues mit dem Baue solcher Thiere, die in Rück­sicht ihrer Nahrung sehr eingeschränkt sind, rheils die vorsichtigste jahrelange Beobachtung der Dinge, die sich beständig als nützliche Nahrung zeigen.

Sömmemng Eingeweivlehre. U