Man fa£ deßhalb einige Menschen schon am drit­ten, andere erst am acht und zwanzigsten Tage vor Hun­ger starben.

Um den Hunger zu stillen, nimmt man zu den eckel-

haftesten Dingen, zu den schrecklichsten Handlungen seine Zuflucht; ein Freund schont seines Freundes, eine Mut­ter ihres Kindes nicht mehr.

Das Gefühl des Hungers scheint vorzüglich im Magen zu liegen, ohngeachter durch die Verbindung des Magens mit dem ganzen übrigen Körper beim Hun­ger, sehr bald der ganze übrige Körper zu leiden an­fängt.

Bey Personen die vor Hunger starben, fand man den Magen äußerst zusammengezogen, so daß einige Physiologen behaupteten, daß beym Hunger die nerven­reichen Wände des Magens, theilS durch die Lebens­kraft seiner Muskelfasern, theils durch die entgegenge­setzte Wirkung des ZwerchmuSkelö und der Bauchmus­keln aneinander gerieben würden.

Das gegenseitige Gefühl vom Hunger, die Ab­neigung zu Speisen, der Eckel, entsteht durch unzahliche physische und moralische Ursachen. Z. B. Opium < Brandwein, Taback, Bley, angegangene Speisen, Schwindel, Unterbindung der Stimmnerven, Beschä­digung des Hirns, oder durch Leidenschaften; endlich bloß durch widrige Ideen, wie unten umständlicher ge­schildert wird»

152.

Stillung des Hungers.

Die jn dm Magen gekommene Speisen entfernen