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Magen.

doch nach Verschiedenheit der Individuen sehr verschie­den. Der Magen einiger Personen vertragt schlechter­dings einiges für andere Personen ganz unschuldige gar nicht, z. B. Honig, Eyer, Milch; wiewohl bei manchen auch Einbildung dazu kommt. Daher verdaut ein Mensch eine Speise gut und leicht, die ein anderer schwerer oder gar nicht verdaut.

Der Magen verrath, außer den allgemeinen Gefüh­len der Warme und Kälte, aber noch ganz besondere-Ge- fühle, oder eine ihm ganz eigenthümliche Empfindlich­keit. Z. B. Hunger, Durst, Sättigung, Heißhun­ger, Ekel, Uebelkeit, und andere ihm eigene sowohl angenehme als unangenehme Empfindungen, die sich oft urplötzlich z.B. beim Aerger, Schrecken, Verlangen, beim Rcgewerden der physischen und selbst der moralischen Liebe äußern, aber noch keinen besondern Namen haben.

Der Magen ist selbst für wenig oder gar nicht schmeckende Sachen empfindlich, da ihn doch sehr stark schmeckende, scharfe, hitzige Sachen, die kräftigsten Gewürze, weniger anzugrei.fen scheinen. So verträgt der Magen nicht Kirschlorbeerwasser, Brechweinstein, mineralischen Turpeth, Glas von Spießglanz nicht, welche doch die zartempfindende Vereinigungsham des Auges ohne Schmerz verträgt; hingegen verträgt er Zimmer, Pfeffer, Senf, welche die äußere Haut des Augapfels nicht vertragt.

Der Magen gewöhnt sich mit der Zeit wie andere Theile an stärkere Eindrücke, y. B.an größere Gaben von Mohnsüfr, von geistigen Getränken, von Gewürzen. Wenn einige Hachen der Magen nicht vetträßt, so