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xo4 Stimme und Sprache.

Sängerinnen, in denen man die Stimmritzenbander seiner und elastischer als gewöhnlich fand; die Ver­gleichung der gewöhnlichen Stimme eines Kindes und eines Frauenzimmers mit der Stimme eines Mannes, welche wegen des kleinern Kehlkopfs , folglich auch we­gen der kleinern oder engepn Stimmritze höher ist; die vergleichende Zergliedcrungskunde, welche sehr enge von knorpeligen Bändern gebildete Stimmritzen in Sing­vögeln, weite und schlaffe Stimmritzen hingegen bei rauh- hälsigen brüllenden stummen Thieren entdeckt; das Pfeifen und das Blasen einer Trompete oder eines Wald­horns, welche augenscheinlich zeigen, daß mit der Ver­kleinerung der Oeffnung des Mundes die Höhe des Tons zunimmt;- die Blasinstrumente selbst, welche zeigen, daß mit der Enge des Lochs und mit der Geschwindigkeit der durchstreichenden Luft die Höhe der Töne zunimmt; je kleiner die nämlichen Instrumente, desto höher sind ihre Töne.

Spricht man daher mit zu großer Heftigkeit, oder überschreit man sich, so artet endlich die Stimme unwill- kührlich in Discanttöne aus; weil nämlich durch die zu große Schnelligkeit der ausgetriebenen Luft die Stimm­ritze in zu starke Erzitterung gerath.

Uebrigens kann der nämliche Ton einmal schwach, ein anderesmal stark feyn, weil die Höhe des Tons von der Menge der Erzitterungen, die entweder schwach oder stark seyn können, ahhangt.

Auf der Langen Saite geht der schwächere Ton in die Höhe, bei der Menschenstimme hingegen in die Tiefe.