54
A t h m e n.
so ist leicht zu berechnen, daß die Erweiterung der Brusthöhle bei dieser Gelegenheit sehr ansehnlich seyn müsse.
Beweise für die Richtigkeit dieser Satze geben: — Die anatomische Untersuchung dieser Theile; — Die Beobachtung des Einathmens an jungen wohl gebauten Frauenzimmern, deren Thorax beweglicher als in Männern ist; — und am auffallendsten das heftige Einathmen eines Menschen, der seine Kräfte, z. B. beim Ziehet» anstrengt, — oder seine Arme gegen etwas stark anstemmt — oder sich heftig bewegt — oder keucht oder an der Bauchwassersucht, oder an einer Entzündung des Unterleibes leidet— kurz: bei allem schnellem oder kräftigem, oder in Rücksicht des Zwerchmuskels gehindertem Athmen.
§. 62.
Wirkung noch anderer Muskeln beim stärkern Einathmen.
Wird eine noch ansehnlichere Erweiterung der Lungen, oder ein stärkeres Einathmett nothwendig, z. B. wenn das Blut häufiger oder schneller in die Lungen strömt, oder wenn in den Lungen sich irgend ein Hinderniß findet/ so tritt die Wirkung derjenigen Muskeln ein, die theils die Obern Ribbenpaare, theils die Schlüsselbeine, theils die Schulterblätter hinauf ziehen, nämlich: die Ribbenhalter, die Kopfnicker, die Schlüffel- beinmuskeln, die Absteigenden Nackenmuskeln, die Längern und Kürzern Heber der Ribben, die grossen Sagenmuskeln, die Hintern Obern Sägenmuökeln, die Breiten Rückenmuskeln, die Grösser» und Kleinern