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Denjenigen Landlenten aber, die nicht lesen kön­nen , dürfte dagegen eine kurze mündliche Warnung mitgetheilt werden.

Vielleicht würde dieser Weg selbst dem Wege, durch sogenannte Volksschriften, die doch selten in die Hände des Volks kommen, noch vorzuziehen seyn, und das zwar aus folgenden Gründen:

1) Alle Christenkinder ohne Ausnahme in den Dörfern, kommen zuerst in die Hände ihrer Pfarrer, die sich gewiß eine Psticht und ein Vergnügen dar­aus machen werden, ihre Gemeinden zu belehren, wie sie bloß durch leichte Vermeidung unnöthiger Dinge, durch ein bloß passives Verhalten, dennoch mit so vieler Lebensgefahr verbundene Krankheiten am sichersten zu verhüten vermögen.

2) Weil der Landmann, besonders so bald er Hausvater ist, oder Hausvater wird, schlechterdings auf Niemand mehr, als auf seinen Pfarrer achtet. Niemandes Lehren und Vorschriften hält er so heilig. Niemandes Anweisungen befolgt er so willig, als die ihm sein Seelsorger wohlmeinend und liebreich mittheilt.

3) Weil ein Wundarzt bei weitem nie, oder doch nur selten, den Eindruck auf den Land­mann, auf eine Hebamme, Wartfrau oder Kinder­wärterin macht, den ein Geistlicher doch so leicht, ohne besondere Mühe bewirkt. Folgen die Bauren