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Ob die Kartoffeln als prädisponirende Ursache der Brüche angenommen werden können, scheint mir nicht leicht mit solcher Gewißheit als bei den vorigen Ursachen zu entscheiden.
Wahr ist es, daß jezt diese Kost, ohne alles Verhältniß häufiger, von der Jugend auf den Dörfern, und zwar von Kindesbeinen an, genossen wird als sonst.
Wahr ist es, daß die Kartoffeln in vielen Dörfern von Jahr zu Jahr sich verschlechtern, und hin und wieder jezt schon schier ausgeartet, und übermäßig genossen werden; folglich als ganz unschuldige Kost für die Jugend wohl schwerlich angesehen werden können.
Wahr ist es, daß der dürftige Landmann, weil er nun einmal gewöhnt ist, an die Kartoffeln, als feinen vorzüglichsten Mundvorrath, sich zu halten, bei einem Mißrathen, Mißwachö, beim Verfrieren, oder beim Keimen, Auswachsen derselben, sie oft aus Noth in diesem halbverdorbenen Zustande genießt, und sich dadurch mannichfaltige Krankheiten, nach Beschaffenheit der Jahreszeit, Witterung und herrschenden Contagionen, und unter andern auch wohl hauptsächlich mit Schwäche deö Darmkanats zuzieht.
Wahr ist es, daß Kmder, gleichsam aus einem natürlichen-Triebe, Kartoffeln sehr gerne zu essen