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stücke, sind die Mieder, Leibchen, und die noch manches besondere habenden Schnürbrüste, von diesen sagt H. Hofrath Richter *):
„Unter den vielen Uebeln, die durch den unver- „nünftigen Gebrauch der Schnürbrüste verursacht -.werden, verdienen die Brüche eine vorzügliche „Stelle. Die Schnürbrust, die den obern Theil „des Unterleibes fest umgiebt, drückt die Eingeweide „in den niedern Theil der Bauchhöhle, und dehnt „denselben desto starker aus, je fester sie angelegt „wird. Die Gefahr ist desto größer, weil eben in „dieser niedern Bauchgegend die zwey Hauptstellen „sind, wo Brüche zu entstehen pflegen, nämlich „der Bauchring, und das ^^^fche Band, und „weil sich mit dieser Ursache der Brüche leicht andre „vereinigen. Man stelle sich ein Frauenzimmer vor, „die fest geschnürt ist, und bald nach einer starken „Mahlzeit sich heftig übergiebt, oder hustet, oder „auf irgend eine andere Art die Kräfte stark an- „strengt; und man wird sehen, daß eö ein großes „Glück ist, wenn sie in diesem Augenblick nrcht emen „Bruch oder Vorfall bekommt." **)
*) pag, 28.
** In einer eigenen Schrift über die Wirkungen der Schnürbrüste, Berlin 1793. habe ich dieses aufs ausführlichste mit deutlichen Zeichnungen zu erweisen gesucht.
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