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fice Wammstchen und ihre langen Röckchen trugen, sah ich selten Brüche bei ihnen vorkommen.

Herr Professor Weissenborn scheint mir daher in seinen Bemerkungen über die zeithcrige Gewohnheit hohe Beinkleider zutragen, als eine bis jezt nicht bemerkte Ursache öfterer Leistenbrüche, vollkommen Recht zu haben.

Jeder anhaltende Druck, sagt er *), jedes hart, nackige Pressen, jede heftige Erschütterung und über­haupt jedeKraft, wodurch die Höhle des Unterleibes verenget, und den elastischen Därmen, um sie in einem kleinen Raum zu pressen, Gewalt angethan -wird, wirkt auf die schwache Stelle des Bauchrings. Die Darme, welche Gewalt mit Gewalt zu vertrei­ben suchen, stemmen sich mit ganzer Kraft gegen die ganze Höhle des Unterleibes, und da sie am Bauch­ringe am wenigsten Widerstand finden, so drücken sie das daselbst befindliche Zellgewebe vorwärts, und bahnen sich dadurch den Weg durch den Bauchring in die Leistengegend, und von da in den Hodensack. Sollen die Beinkletder am Leibe fest ansitzen und im Gehen nicht herunter fal­len, so müssen sie fest angezogen seyn.

Da nun die Beinkleider bis an die Mitte des Unterleibes heraufsteigen, so wird derselbe gerade in feiner Mitte zusammengepreßt, und dadurch die *) P. 7. seiner ang. Schrift.

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