XLV.

Würzburger gelehrte Anzeigen.

Den 2gten November 1796.

Ulm.

Sechs Predigten bey besonderen Veranlassungen ge­halten v ^ Johann Martin Miller, Pred- iger am Münster, und P»oftsto» **** CS^mtr^fttttn zu Ulm. 1795. In der Wohlerischen Buchhandlung. IZ4.S. intzvo.

^^ie erste dieser Predigten wurde gebalten an dem Ulm- ischen Schwör» oder HuldigungStage, und hand­elt recht zweckmäßig von dem vernünftigen und heilsam­en Gehorsame, zu dem daS Christentyum die Unterthan- en gegen ihre Obrigkeit verpflichtet. D''e zweyte am Tage nach de« heil. Christtage stellet die Untersuchung au: wem Christus im-verflossenen Jahre i) .zum Falle und 2) wem er zum Buferstehen geworden sey. tUn» teutsch auS allzu großer Anhänglichkeit an den biblischen Tert, wie dkeß noch öfters in diesen Predigte« der Fall ist.) Die dritte Predigt am NeufahrStage bat zum Haupt­sätze: Der Sohn Mariens wird auch unter den trübe» Aussichten des neu angefangenen Jahres uns ein wahr­er Jesus seyn. 1) Werden einige Blicke auf die Aus­sichten des Jahres geworfen, 2) wird gezeigt, daß und wie der Sohn Mariens auch da «in wahrer Jesus ftyn werde» Lobenswerth ist eS, daß der Verf. die Zeitumstände, die drohenden Kriegsgefahren fo vortreff­lich benützte. Die vierte am Tage der Reinigung Mariä stellet den edel» Simeon als em nachahmungswürdiges Muster auf, in sofern er 1) für sich selbst «in frommer Mann und redlicher Knecht und Verehrer Gottes, 2) ein echter Patriot oder wahrer Freund seiner Nation und seine- Vaterlandes, 3) auch zugleich ein menschenfreund­licher Weltbürger war, oder an dem Wohl aller Mensch­en ohne Unterschied aufrichtigen Antheil nahm. (Sehr gut ausgeführer vud immer mit Rücksicht auf die Zeit»

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