gütigen den Lauf dieser Lebensgeister andern könnte; so wie gegenseitig die geringsten Veränderungen in diesen Lebensgeistern die Bewegungen dieser Zirbel ändern könnten.

Wenn aber wirklich Geister (Spiritus) in den Hirnhöhlen enrhal- ten sind, die sich bewegen und bewegt werden: so sollte man ja wahr­lich für sie nicht noch einen engem Platz suchen! Allein, eS scheint, daß er andere Spiritus in den Vordem Hirnhöhlen und andere in der Hintern Hirnhöhle annahm, welches er mit seiner Unitatö - Idee nicht vereinigen konnte.

Der Hauptgrund aber, den er angiebt, den Sitz der Seele in der Zirbel zu statuiren, ist: Weil alle Thetle unsers Hirnes doppelt, der Zirbel allein einfach fey die also auch allein z. B. die durch zwei Augen empfangenen zwei Bilder vereinigen könnte. Allein, dieser Grund dient wahrlich weit besser zum Beweise: daß daö Sensoriurn commune in der Feuchtigkeit der Hirnhöhlen besteht.

Ist nämlich diese Feuchtigkeit nicht einfach zusammenhängend Ein Ding? Ist hingegen der Balken, der Hirnknoten, das vordere und das hintere Bändchen, nicht gerade so einfach, als die Zir­beldrüse? Indem er vollends schrieb:

Facile concipere est, imagines aut impressiones uniri in hac glandula opera spirituum, qui replent cctvitates cerebri

so giebt er eben dadurch selbst meine ganze Vermuthung zu.

Vereinigen nämlich die Spiritus replentes cavitates cerebri, das ist auf deutsch: die Feuchtigkeit der Hirnhöhlen die Bilder und Eindrücke; so ist dieses die Bestimmung, der Nutzen, oder die Verrich­tung dieser Feuchtigkeit und mehr verlange ich nicht!

Denn nun schließe ich folgendermaaßen nach seinen eigenen Grundsätzen weiter: