unberührt lasse; weil ihn bekanntlich Herder in seinen Ideen vor­trefflich aus einander gesetzt hat.

§. 36 .

Daß aber eine Flüssigkeit zu gleicher Zeit für alle fünf Sinne verschiedenartige Bewegungen ohne Störung gestatten könne, sehen wir ja unwidersprechlich am Wasser, welches zu gleicher Zeit

die Bewegung des Wärmestoffs für's Gefühl; die Bewegung schmeckbarer Theilchen für den Geschmack; die Bewegung riech­barer Theilchen für den Geruch; die Bewegung der Schallstrah­len für das Gehör; die Bewegung der Lichtstrahlen der Farben für'ö Gesicht, u. f. f. gestattet.

Hieraus, dünkt mich, wird es sehr begreiflich: Wie auch die durch die fünf Sinnorgane erfolgenden, dem in der Feuchtigkeit der Hirnhöh­len enthaltenen Gemeinsamen Sensorium mitgetheilten, Bewegungen sich nicht verwirren, nicht einander stören können.

Unvergleichlich bemerkt daher Kant in einem Schreiben an mich:

In der Aufgabe vom gemeinen Sinnenwerkzeug ists darum haupt­sächlich zu thun, Einheit des Aggregats in das unendlich Mannichfaltige aller sinnlichen Vorstellungen des GemüthS zu bringen, oder vielmehr jene durch die Gehirnstruktur begreiflich zu machen, welches nur dadurch geschehen kann, daß ein Mittel da ist, selbst heterogene aber der Zeit nach aneinander gereihte Eindrücke zu associiren; z. B. die Gestchtsvorstellung von einem Garten, mit der Gehörvorstellung einer Musik in demselben, dem Geschmack einer da genosse­nen Mahlzeit u. s. w., welche sich verwirren würden, wenn die Ner­venbündel sich durch wechselseitige Berührung einander afficirten. So