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Augapfel ausgedehnt zu erhalten, oder die Linse zu befestigen; sondern selbst zur Strahlenbrechung mit zu wirken.

Wahrscheinlich hat auch die Feuchtigkeit im Labyrinthe des Ohres ihre besondere, freilich bis jetzt nicht so wie von der Glasfeuchtigkeit des Augapfels gekannte, Organisation, die zur gehörigen Wirkung der Schallstrahlen auf den im Labyrinthe ausgebreiteten Hörnerven erforder­lich ist.

Gehen wir wie ich schon vorhin gedachte auf den ersten Ursprung, auf die erste Zusammensetzung unserer selbst zurück; Was ist ein Mensch, in den ersten Stunden nach der Empfängniß? . . . Ein kleines, dem Anscheine nach äußerst wenig Festes enthaltendes, helles, durchsichtiges Tröpfchen einer homogen scheinenden Feuchtigkeit, an dem eine Spur von Organisation zu zeigen noch kein wahrer Physiologe unternahm. Und doch ist unser Leben, unser Geist, die ganze Kraft unserö entstandenen Ich6, in selbigem enthalten; so, daß selbst der ärgste Sophist es nicht wagen dürfte, diesem einfach scheinenden Tröpf­chen Organisation, Geist, und Leben abzusprechen.

Warum soll also nachher noch eine dem Anscheine nach homogene Feuchtigkeit unfern Geist nicht enthalten, ihm nicht als Organ dienen können? Ich sage: können? und finde hierin nichts Unge­reimtes; da eine ähnliche Feuchtigkeit in den ersten Stunden, ja vielleicht Tagen, unfern Geist unser damaliges Ich wirklich enthält.

Wie rege, wie thätig ist nicht das Leben in diesem Tröpfchen in den ersten Tagen? Kann man nicht sogar arithmetisch mathematisch beweisen, daß, je -solidere Theilchen die in diesem Tröpfchen enthaltene Lebenskraft sich aneignet, sie sich desto träger gleichsam, wenigstens im Wachsthume, zeigt? Wachsen wir nicht als Embryonen im ersten

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