„Fluidi natura non repugnat ipsum vivere, quin potius „omnia corporis hurnani fluida, excreinentis exceptis, vita gaudere „autumamus.“
Lichtenberg bl)) sagt daher äußerst sinnreich, und— nach meiner Meinung — zum Theile selbst weniger bildlich wahr, als er eS sich vielleicht vorstellte:
„Es laßt, als wären die Stamina großer Gedanken in einem rei- „nern Menstruum feiner aufgelöst, und leichter aufgehangt, um sich fo- „gleich nach den Gesetzen der natürlichsten Verwandtschaft zu ziehen, „und zu den schönsten Formen zu sammeln."
Und was ist der Aether, welcher zusolge der Gedanken eines Leibnirz — Newton — Euler — Rank — die wichtigsten Urbewegungen im Universum verrichtet, anders als eine Flüssigkeit?
Die tiefsten — erfahrensten — ächtesten Denker also fanden das Animirtseyn — Belebtfeyn — einer Flüssigkeit nicht nur wahrscheinlich, sondern zu den Erscheinungen des Lebens selbst nothwendig.
Und — da Urleben, Urbewegung, oder Anfang einer Bewegung bei stäten, in Ansehung ihrer Form unveränderlichen, Wesen nicht einmal denkbar ist; sondern dieselben eine Flüssigkeit zu heischen scheinen: so dünkt mich der Satz:
„Daß eine Flüssigkeit animirt seyn könne" auch um so wahrscheinlicher.
Von der Art der Flüssigkeit, von dem Grade ihrer Beweglichkeit, u. s. f. kann hier in abstracto nicht die Rede seyn.
Hätte aber dieses seine Richtigkeit: so wäre es ebenfalls nicht wahrscheinlich, daß das Gemeinschaftliche Sensorium in einem soliden
bb) Göttingischer Taschenkalender für's Hahr 1795.
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