Ein Musquetier des Prinz- Hein richschen Regl, ments hatte das Unglück, daß ihm bei dem Vau eine ganz ausgeschlagene Steinwand auf den Rücken fiel. Der Kopf blieb an dem Kreuzholze hängen, wurde also nach hinten, und die Brust nach vorn fast in Gestalt einer Kugel ge- bogen. Mit vieler Mühe wurde er sinnlos unter dem Schutte hervorgezogen. Die Respiration war äußerst be- schwerlich, und als er wieder in etwas zu sich gekommen, klagte er über Schmerzen und Stiche der Brust, und über eine Empfindung, als ob der Rückgrath gänzlich zerbrochen. Er wurde nach Hause gebracht, und hier fand ich, daß der letzte Rückenwirbelknochen nach außen und rechter Seits drei Finger breit von dem ersten Lendenwirbel verrückt war. Man legte ihn in gerader Linie auf den Bauch in ein Bett, und ließ durch die Gehülfen die Ausdehnung vor- nehmen, und mit vieler Mühe kam ich mit der Einrichtung zu Stande. Allein, sobald mit der Ausdehnung nachgelas- sen wurde, verzogen sich auch sogleich durch die Gewalt der Muskeln die eingerichteten Wirbelknochen; ich ließ also durch vier Mann diese Ausdehnung einige Stunden unter- halten, und ein Feldscheerer mußte diese ganze Zeit über, durch gelindes Drücken, die eingerichteten Knochen in ihrer Lage zu erhalten suchen. Hierauf wurden starke, und mit vegetomineralischem Liquor und Campherspiritus benetzte, Compressen, und über diese ein kleines Brett gelegt, wel- ches die Nacht über mit mehr als fünfzig Pfund Gewichte beschweret wurde. Alle drei Sttmden bekam er etwas von einer temperirenden Potion, und wegen des vollen sieber- haften Pulses wurde zur Ader gelassen und ein Klystier

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