Beschreibung ein iefer.
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§. 66 ,
ü£me mynnliche Misgeburt, aus der ehemaligen Kaltschmiedschen Sammlung, sehr vom Weingeiste verharret Und eingeschrumpft, wog zwei Pfunde, vier und ein halbes Loch.
Der Kopf ist, bis auf dieDhren und die Untere Kinnlade, ziemlich gewöhnlich gestaltet.
Die beiden Obren sind sehr unförmlich, weßhalb ich sie besonders habe abbilden lassen, weil auch die umständlichste Beschreibung zur deutlichen Vorstellung doch kaum hinreichen würde.
Am Munde bemerkt man,, daß, falls er auch geschlossen wäre, die beiden Lippen dennoch nicht auf einander passen, sondern daß die Oberlippe um fünf Linien mehr hervorragen würde.
Das Nämliche ist auch der Fall mit den Kiefern, von denen der Obere, wenn man sie zusammenbringt, um acht Linien über den Untern hervorsteht.
An dem auögeschalten Unterkiefer finde ich nicht nur, daß er zu klein und zu kurz ist, som Hern auch seine Gelenkknöpfe, die sonst schief nach hinten zu aufsieigen, liegen mit dem Untern Rande dieses Kiefers in einer geraden Linie.
§. <>7.
Der Kopf und der Körper find übrigens mit feiner Wolle bedeckt und wohlgenährt.
Der Thorax, der Unterleib, die sehr abgeschnittene Nabelschnur, das männliche Glied, der After/ und die Untern Gliedmaßen sind, in Ansehung ihrer Außenseite, natürlich.
§. 68
Die Obern Gliedmaßen hingegen sind sehr misgebildet. Am Rechten Oberarmknochen, der selbst unförmlich erscheint, sißen drei ziemlich gebildete Finger mit vollkommenen Nageln versehen. Der Mittlere dieser drei Finger ist der längste. Am Innern hängt ein kleines Klümpchen Ham, wie an einem Stiele -
Auf ähnliche Art sißen am Linken Oberarmknochen vier ausgebildete Finger. Der Ellenbogen und die Speiche fehlen daher mit allen ihren Muskeln und sonstigen Theilen.
§. 69,
In der Höhle des Unterleibes fand ich vieles geronnenes Blut.
Der Linke Hoden war schon durch seinen Kanal vom Bauchfelle hinabgestiegen, und bey einer weiten Höhle in den Weichen. Der Rechte hingegen lag noch jenseits der Oeffnung auf dem Rande des Darmstückes vom Hüftbeine mit nach oben gerichtetem Nebenhoden.
Die Leber, die Milz, der Magen, und der übrige Darmkanal zeigten bey der Untersuchung nichts Besonders. . .
Aber in Ansehung des Nabelstranges ist merkwürdig, daß nur Eine Nabelarterie, nämlich die Rechte, vorhanden, ist.
Zehnte
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