Christi, und hiermit wollen sie sich nicht ^beküunnern in kemWWeise. Dieser Menschen Leben stehet gar sorglich, und sehr unsicher, denn es rnuß je seyn, daß derselbe Mensch gegrundfestet werde auf dem star­ken Felsen uMFundament, das Christus selbst ist, soll immer nichts aus ihnen werden. Sie müssen dem demüthigen Herrst Jesu Nachfol­gen, in denselben Fußstapfen seines heiligen Lebens, das er geübt und vollbracht hat in menschlicher Natur, so viel ihnen möglich ist. Der Mensch betrachte auch begierlich und mit Fleiß das bittere Lei­den und die Pein-seiner Marter, und seinA verschWaheten Todes ; und er soll auch alle Tugend üben, denn anders kommt er nimmer zu einem vollkommenen Leben, denn durch diesen Weg der Wahrheit. Darum sprach Christus: Ich bin eine Thüre, wer durch mich emge- ' het, der wird behalten, und -findet Wonne und Weide in mir; als ob er sggter Wer nicht gehet durch Demuch meiner Menschheit, der kommt yiMßrer zu der Höhe meiner Gottheit ! <

Dieß geschah einem Priester , der wollte sich in keinem Wege mit der edlen Menschheit unseres Herrn bekümmern, und.es war ihm bit­ter, sein Leiden §u bettaMen. Er wollte nur allein mit der hohen Gottheit umgehen, die er doch nicht begreifen konnte. Nur da er wähnete, daß er gar sicher stände, da fiel er, und in dem Falle er­kannte er sich zu Grunde, und.fing da nn, pnd sprach: Ach, erviHsr barmherziger Gott, ich bekenne-nuy wohl, daß ich Unrecht gethan ba­de, dennoch wollte nichz durch deine Menschheit gehen, darum konnte und mochte ich nicht M der Höhe deiner Gottheit kommen, denn hatte sch meinen Weg wahrhaft durch dich gerichtet, und hatte dem.laute­ren Bilde deines heiligen Lebens nachgefolget, so wäre ich nicht also, gefallen. ^ ^ ' . >,

Darum, das allerbeste, was ein andächtiger Mensch haöpr mag, oder thun kann, das ist, daß er in einem steten emsigen Betrachten ^ley des verschmäheten, peinlichen Leidens und bitteren Todes unseres .-Herrn Zesu Christi, und dann Nachtreten ünftrm Herrn wiüiglich sei­nen Fußstapfen seines lautern, edlen, vollkommenen Lebens, so viel ihm möglich ist, denn dieß ist der rechte Weg, zu der edlen Gottheit zu kommen. Darum soll sich Niemand annehmen aufzufliegen in die hohe Gottheit, er sey denn zuvor gewesen ein rechter, vollkommener geübter Mensch mit einem wirkenden Leben, und mit esner tapfern

Larklsr-'s PrMgten-. Ul. Bb. iS- .