XV

den Basel 1521 und 1522, Hamburg 1621 noch einen zweyten Anhang (von 59 Predigten und Stücken) unter folgender Aufschrift:

»Folgen hernach etliche gar subtil und trefflich köstlich predigen, etli­cher fast gelerter andechtiger Vätter und Lerer, auß denen man achtet Doctorem Tauler etwas seines Grundes genommen haben. Nämlich und in sunders meifter Eckarts (den er vnderweylen in seinen predigen meldet) der ein fürtreffenlich hochgelerter Mann gewesen ist, vnd in subtilikeiten natürlicher und göttlicher Kunst so hoch bericht, daß vil gelerter Leut zu seinen Zeitten ihn nit wol verstunden, deßhalb feiner leer ein rayl auch in etlichen Stücken vnd Articklen verworffen ist, vnd noch von einfeltigen Menschen gewarsamlich gelesen werden sol u. s. w.«

Diese Warnung har unstreitig die Cölner Ausgabe 1543 bestimmt, diese 59 Predigten zu übergehen, und da diese Postille allen nachfolgenden (wenn auch unerkannt) zu Grunde liegt, so kann dieser Anhang in keiner mehr Vor­kommen. Doch sind die Predigten 17 und 18 von Spener ausgenommen, so wie Nro. 13, welche ausser ihm die Cölnische Ausgabe und Surius und Carolus ab Anastasio haben. Auch haben die Cölnische re. und Surius aus­genommen in die Meduiia Animae Nro. 59: Drey gute Lehren Meifter Eccards.

§. 2. Die alten 84 Sermonen nebst nachgesetztem Leben kommen in derselben Reihenfolge vor in den Ausgaben Leipzig 1498 Und Augsburg 1508, Basel 1521 und 1522, Halberstadt 1523 und Arndt 1621. Die erste Aus­gabe Leipzig 1498 ist in jeder Hinsicht die schönste, und seltenste, sorgfältig corrigirt, und hat die durch spätere Abdrücke oft sehr entstellten Lesarten rein und klar. Auch kommt sie der ältesten Pergamenthandschrift zu Straß­burg am nächsten. Die häufigere Einschiebung der Anrede: Kinder, so wie anderer liebevoller Ausdrücke, giebt dem reinen obersächsischen Dialect etwas überaus inniges, welches in den folgenden Ausgaben sehr verwischt ist. Diese Sorgfalt und Klarheit, verbunden mit dem Umstand, daß sie als sehr reiche Handschrift dienen kann, erwirbt ihren Lesarten vor Allen den Vorzug in den 84 alten Sermonen.

Die Ausgabe Aügsburg 1508 ist nach ihrer Schlußschrift »gezogen auff gut verstentlich Augspurger Sprach die da vnder andern deutschen Zungen gemeiniglich für die verstentlichste genommen und gehalten wird. « Sie hat ktiiie kritische Vorzüge, wenn man die erste Ausgabe besitzt. Am Ende giebt sie achtzehn, Taulern eigenthümliche Worte mit einer deutschen Umschreibung.

§. 3. Die Ausgaben Basel 1521 und 1522 stimmen mit einander auf -ie Zeilen überein; ihr Dialect ist der Oberrheinische. Die Ausgabe 1521 scheint seltener vorzukommen.

Die seltene Ausgabe Halberstadt 1523 gewährt für die Kritik des Tex-