Von den Steinen im Menschlichen Leib. 47

| In einer Matrone Adeliches Geschlechts hat man in Acucrnia nach eröff- nerer Gallblafen drey vnd fünfftzig Sttinegefunden/die wir noch beyhanden haben- 5cholio^raphi in lac. Hell.

Ich habe gesagt / daß vnrer dem vierdeen Geschlecht die jenigen Steine be­griffen werden/so in den Animalien erwachsen: vnd derselbtgen find zweyerley: Dann etliche sind gantz vnnd gar wider die Narur/ vnd werden vnnatürlich in Betrachtung deß Animalis genennet / ob schon fie von der Natur erzrelck wer- ^ den- Dergleichen Steine aber erwachsen ernwcders in den Nieren/ in der

» Leber/ oder in dem Miltzen / oder in beyden Blattern / als in der Harnblatter/ vnd in der Gallblarter, oder auch in den Gleychen. Vnd ist derowegen die Ma­teri solcher Srcine ein zähe dicke Feuchtigkeit / welche auffgeerucknet vundge-

I dörret also in Steine verwandelt wirdt. Die angezogene Feuchtigkeit aber hat ihren Vrsprung auß groben Speisen/welche in dem fie nicht können verkämet vnnd in Bim verwandelt werden / geben sie eine solche dicke vnnd schkimechke Feuchtigkeit von sich / welche dann also erharret / vnnd zu Stein wird:. Doch kcndre vnnd möchte man vielleicht etwan einen Zweiffel haben von demjeni­gen Srein / welcher bißweilen in der Gallblafen erwächst: Denn es sich anse­hen rast / als köndte darin« keiner erzielet werden: dann die Galle ist bitter/ vnnd einer zertheilenden Eygenschafft/ja sie ist erschaffen / daß fie aufftruckene/ vnnd verschaffe / daß die Feuchtigkeiten oder humor« durchrringen mögen durch den gantzen Leib / darumb erfolget / daß so die Galle solchezähe Materien zercheylet / kein Stein daranß erzielet werden möge. So spreche ich / daß auß | dersilbigm Gallen für sich sechsten kein Stein wirdt geboren /sondern per ac-

| cidens ,vnd erst folgend: dieweil nemlich derselbtgen Gallen eine schleimechie

^ zähe Materien mit einvermischt wirdt/welche/so sie von Hitze der Gallen ein-

j gedorret worden / als dann also sich zu Stein verwandlet. Ist derowegen dir

Galle allhic allein für den Laboranten / vnnd nicht für die Materien zn- ' schätzen. Vnnd ist zuschließen / daß die Materi dieser Stein I so gantz vnnd

> gar wider die Natur sind/ sey eine dicke vnnd schleimechee Materien. Andere

Steine erwachsen in den Animalien/soda sind nach der Namr/vnd erwachsen allezeit in ihnen/rc. Fallopius.

Mir har vermeldet Ioan. Pontanus, daß in der Gallblasen Hieronymi Schreibers/so zu Paris mir Todt abgangm ein grosser Stein gefunden wor­den. Ioan. Craro.

lac.tüamer. schreibt Klarrhioloalfo: Oalen^ hat geglaubt/es werden allein A der Blatter vn den Nreren/vnrerweilen auchin dem Gedärm Stein erzitls.

Da^