Margret Zilcher-Kiesekampf (Sopran)
Hermann Zilcher
Dr. Georg Schmückle, Verfasser des Romans „Enget Hiltensperger" (Verlg.' Strecker & Schröder, Stuttg.), der der gleichnamigen Reichssendung in der Stunde der Nation von Stuttgart am Freitag, 15. Nov., 20.15 Uhr, zugrundeliegt.
(Bildarchiv: Strecker u. Schröder)
Diesmal ist das vom Reichssender Frankfurt unternommene Meisterkonzert dem in Frankfurt gebürtigen Komponisten Hermann Zilcher gewidmet, der eigene Werke dirigiert. Seine Frau Margret Zilcher- Kiesekampf wirkt in dem Konzert mit (Transocean-Urban)
Wir hören:
Sonntag, 10. November.
Meisterkonzert (III) von Frankfurt (21 Uhr): Hermann Zilcher ist gebürtiger Frankfurter, Sohn des bekannten Klaoierpädagogen und Komponisten Paul Zilcher. Nachdem er 1901 den Mozartpreis für Komposition erhalten hatte, unternahm er verschiedene Konzertreisen, die ihn u. a. auch nach Amerika führten und seinen Namen als Klavierspieler begründeten. Ab 1905 war er Lehrer am hochschen Konservatorium in Frankfurt a. M., von 1908 ab Professor an der Akademie der Tonkunst in Frankfurt a. M., und seit 1920 wirkt er in Würzburg als Direktor des Staats-Konservatoriums, Dirigent der Sinfonie-Konzerte und der Mozartfeste. In zahlreichen Werken, Liedern, Instrumental- und Grchesterwerken hat er sich als bedeutender Komponist gezeigt, was die formale Gestaltung der Sinfonie Nr. II in Fmoll betrifft, so sind deren drei ineinander übergehenden Sätze, bei aller Unterschiedlichkeit des Gmpfindungsgehal- tes, aus teilweise gleichem thematischen Material gebildet. Alles Konventionell-Schematische ist getilgt. Im übrigen trennen sich deutlich erster und letzter Satz durch einen Intermezzosatz, der wohl an Stelle des alten Scherzos in der Mitte der Sinfonie steht. Vas Gottfried Kellerfche Gedicht „Stille der Nacht" malt in naturgesättigten Farben und tiefen Gedanken die Nacht und gibt der Musik sehr dankbare Unterlagen zum „Singen und Klingen", das sich schließlich zu kraftvollem Lrnst steigert. Im Gegensatz hierzu steht der Goethesche „Zwiespalt", ein scherzhafter Kampf zwischen Gupido und Mars, der die Menschen ja von je „rasend" machte! Vas Gedicht des kleinen Thorwerks „Gebet der Iugend", ist eine Huldigung an Führer und Reich. Die Musik, die auf breiterer, flächenhafter Grundlage ruht, folgt dem Aufbau des Gedichtes in der Verwendung vokaler und orchestraler Möglichkeiten
ie kaum etwas anderes geben diese drei L\/ Gräber einen Ueberblick über das, was Frankfurts Macht und Größe ausmachte. Vas erste Grab ist das des Römischen Königs Günther von Schwarzburg. Als Gegenkönig gegen Karl von Mähren (Carl IV.) wurde der Graf Günther am l. Ianuar 1349 in Frankfurt zum Römischen König gewählt. Lr rang vergeblich um seine Anerkennung und verzichtete am 7. Mai des gleichen Iahres auf seine Rechte; er starb kurz darauf am 18. Iuni. Trotz aller Anfeindungen hat ihm Frankfurt, die „Wahlstadt", die Treue gehalten. 18 Geschlechter liehen ihre Wappen, um seine Macht zu versinn-
und steigert sich zu einem Hymnus, der schließlich alle Klangmittel vereinigt und mit dem jubelnden „Sieg heil" auf den Führer endigt.
Montag, I I. November.
Anläßlich der Anwesenheit Sven hedins am 11. November zu einem Vortrag in Frankfurt a. M. erzählt uns Or. Alfons paguet am gleichen Tage (16.45 Uhr) von seinem besuch, den er dem befreundeten Asienforscher vor einigen Monaten auf seinem Besitztum am Mälar-See abstattete. Gr zeichnet ein eindrucksvolles Bild von der Persönlichkeit dieses weltberühmten
bildlichen. Darunter auch der Mann, den das zweite Grab deckt: Ritter Rudolf von S a ch s e n h a u s e n. Gr war der letzte Träger ritterlicher Größe und Macht und konnte es sich noch leisten, dem „bescheidenen" Mann Iohann holzhausen ein Lehen zu geben, er ahnte nicht, daß schon seine Kinder gezwungen würden, ihre Güter an eben diesen „bescheidenen Mann" zu verpfänden. Ihn. Iohann von holzhau- s e n und seine Gemahlin G u d u l a, deckt der dritte Grabstein. Gs gibt in der Folgezeit kein Gebäude in Frankfurt, das nicht unter den Wappen der Stifter an erster Stelle das der holzhausen zeigt.
Schweden, der sich von jeher, auch in schwerster Zeit der Kriegshetze und jetzt wieder während der Greuelpropaganda gegen das Oritte Reich, stets als ein treuer Freund des deutschen Volkes erwiesen hat.
Donnerstag, 14. November.
Monatliche Sücherkunde (18.40Uhr): vie Abteilung Kunst wird in Zukunft neben ihrem wöchentlichen „Sücherfunk" einmal im Monat in dieser neuen Sendereihe einen Querschnitt durch das zeitgenössische Schrifttum geben, vie in engster Zusammenarbeit mit dem Leiter der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums, Hans hagemeper, zusammengestellten Sendungen, die jeweils in der Mitte des Monats gebracht werden sollen, unterrichten uns über Sücher aller Art, Werke der schönen Literatur, geistesgeschichtliche, historische, politische Schriften usw„ die im Sinne nationalsozialistischer Weltanschauung geschrieben sind und damit zur Durchdringung unseres Volkes mit dem Ideengut des Neuen veutschland beitragen. Oie erste Sendung steht unter dem Titel „Schriften gegen die bolschewistische G e f a h r".
Freitag, >5. November.
„Stunde der Nation", von Stuttgart: „Gngel hiltensperger" (20.15 Uhr). Gngel hiltensperger ist ein Mönch und früherer Feldpfaff im Lager von Georg Frundsperg, dann Waffenmeister des Fürstabts von Kempten. Vas heilige Römische Reich Deutscher Nation kracht in allen seinen Fugen. Seit einem Iahrhundert kämpfen die Säuern um ihre Rechte. Der Fürstabt zu Kempten will die Säuern auf die Knie zwingen. Keine Ghe wird mehr eingesegnet, keine Messe mehr gelesen. — va erkennt hiltensperger, der Sauernsohn, daß er zu den Säuern gehört. Gr nimmt Sann und Fluch auf sich und wird Leutepriester aus eigenen Gnaden. Gr schließt sich Hutten an. Ihr großes Ziel ist: Gin tausendjährig Reich! Gin Kaiser! Gin Heer! Gin Münz! Gin Gewicht! — Dann dröhnen von Wittenberg her die Hammerschläge, mit denen Luther seine Thesen wider den Ablaßbandel an das Kirchentor schlug, ver Sturm bricht los. hie Luther — hie Rom! Das Sauern- fchiff stampft und schlingert in der wilden Flut. Mit harter Faust greifen Hutten und hiltensperger ins Steuer, ver Bundschuh ist im Gange. Franz von Sickingen, der Abgott und die Hoffnung der deutschen Ritterschaft, fällt. Florian Geper wird Dbrist aller Bauernhaufen, vergebens versucht er Zucht und Drdnung in die Sauernhorden zu bringen. Aber das 'Spiel ist verloren. Im Sauernkrieg fällt er. Oer todwunde hiltensperger läßt sich in sein Heimatdorf am Auerberg tragen. Mit glühendem Herzen, mit reinem edlen wollen strebte der seiner Zeit weit vorauseilende hiltensperger nach der deutschen Volksgemeinschaft. Aber noch ist das Volk nicht reif dazu. Gngel hat noch keine Gefolgschaft. Vas ist die Tragik dieses Helden, dieses deutschen Aufrührers, gestaltet im Roman des Schwaben Georg Schmückte, ausgestaltet danach zur Reichssendung.
Drei Gräber im Frankfurter Dom
Sendung: Mittwoch, 13. November, 18.30 llhr.
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Grabmal für Günther v. Schwarzburg, gestorben 1349
A ufnahmen: Heinrich Stiirtz (3)
Grabmal für Rudolf von Sach- G rabma , für Johann von Holz-
senhausen, gestorben 1370
hausen, gestorben 1391, und seine Ehefrau Gudula, geb. Goldstern, ln Auffassung und künstlerischer Behandlung das beste mittelalterliche Doppelgrab Deutschlands.