HANS. SACHS^Aim JHIAR.

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Hans Sachs

Aufnahmen: Stürtz (1), Kester (1)

H. Sachsens Wohnhaus in der Spitalgasse in Nürnberg

Links: Kupferstich-Por­

trät des Meistersingers aus dem Jahre 1545.

Musik und Lied um einen deutschen Dichter Schulfunk

Mittwoch, )}. November

er Schuhmacher und Poet" Hans Sachs, der Handwerker und Meistersinger übte auf die schöpferische Entwicklung seiner Seit einen nachdrück­lichen Einfluß aus, da er das musikalische und welt­anschauliche Empfinden seiner Zeitgenossen in die der Volksseele angemessenen Sahnen lenkte. Vas 6nden- ken an diesen unvergleichlichen Bampf für die geistige Ausbildung des Volkes darf nicht verloren gehen, vie Schulfunksendung bringt Näheres über die Brauche der Meistersinger, über den Meisterton, eine musikalische Einleitung zu einem Fastnachts­spiel und Tänze jener Zeit. Aus alledem wird spür­bar, daß die Volksverbundenheit des Handwerkers und Meistersingers Hans Sachs, der gegen die Starrheit künstlerischer Segeln einen volks- uno^. artgemäßen Stil erkämpfte, heute die Brücke zu uns schlägt.

Zu Wilhelm Raabes 25. Tobestag

n ls im Fahre ISZI die kleine Spreegasse in Berlin umbenannt wurde in Sperlingsgasse, war diese Huldigung zum 100. Geburtstag Wil­helm Baabes der beste Ausdruck dafür, wie das Erstlingswerk, einst unter dem Pseudonym Ia- kob Lorvinus erschienen, in weitesten Volks­kreisen lebendig geblieben war. Oie jugend­frische Idylle derLhronik der Sperlingsgasse", die ihn als gemütvollen und bis ins kleinste naturgetreuen Darsteller des bürgerlichen Mein­lebens zeigte, eröffnete die Seihe der Somane, die zunächst ebenso wenig die anerkennende Aufmerksamkeit ihrer Zeit fanden und in ihrer ganzen Bedeutung gewürdigt wurden wie die Werke mancher anderer Dichter um die Mitte des vorigen Jahrhunderts. Den Höhepunkt in Saabes Schaffen, das im Anfang von Jean Paul angeregt wurde, an den es auch im Stil erin­nert, bildet die Somantrilogie der sechziger Jahre.Der Hungerpastor" zeigte bei Vorliebe für starke Gegensätze den Grundzug seines We­sens, eines entsagungsvollen Idealismus, der auf äußeres Glück verzichtet. Da Saabe nicht wie andere mit kühlem verstand über seinen Werken zu stehen vermochte, sondern in echt romantischer weise einen warmen, persönlichen Anteil an ihnen nahm, zeigen sie ein deutliches Spiegelbild seines Fühlens und Denkens, das bei aller Darstellung des schweren und tragischen Schicksals dennoch die Unverwüstlichkeit der Welt und der Menschen, dennoch die gute Miene zum bösen Spiel, das freie Sachen und die stille Heiterkeit bejahte. InAbu Telsan oder die Heimkehr vom Mondgebirge" und vor allem im Schüdderump", genannt nach dem Barren, der. im Mittelalter zur Beförderung der entstellten Pestleichen diente, nahm Saabe eine Wendung zum Pessimismus. Treten in diesen Somanen am stärksten die Eigentümlichkeiten Saabes auf,, so offenbart die kleine MeistererzählungHor- acker", wohl eines der besten Werke des Pächter^ überhaupt, wahrhafte Genialität eines frischen und echten Humors, den er mit seiner ^iSgifchen

und bitteren Darstellung des Lebens verband. In den späteren Jahren liebte er, dem die deutsche Literatur auch köstliche perlen der Lyrik verdankte, mehr und mehr eine barocke Einkleidung, die den tiefen dichterischen Ge­halt seiner Erzählun­gen mehr und mehr verhüllte. Am 15. No­vember begehen die Raabefreunde und Saabeverehrer in al­len deutschen Lauen den 25. Todestag des Mannes, der die Stille und Zurückgezogenheit liebte, aber ein gesel­liger, des geistigen Austauschs bedürfti­

ger und froher Mensch blieb, der bis zuletzt leb­haft am politischen Schicksal seines Vaterlandes Anteil genommen hat. Or. Br.

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Die Sperlingsgasse ln Ber­lin, 1931 so benannt zum 100. Geburtstag Wilhelm Raabes (Roma)

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Wilhelm Raabe Zeichnung von W. Immenkamp