/Reg. Baurat - -

Prof.Dr.A.K u m m 0.U. , 9.11.1944

Feldpostnr. 39 986

Sehr geehrter Herr Kollege'!;

Selbst wenn ich in Braunschweig wäre, würde es mir kaum mög­lich sein, Ihnen mein Probematerial zu schicken. Seit Oktober 1939 bin'' ich bei der Hehrmacht. Seitdem ist das Institut samt : Kellerräumen vom neuen Institutsleiter Dorn gründlichst umge­staltet- und umgebaut worden. Viel Material ist beseitigt wor­den. Außerdem sind die'Keller aus'Luftschutzgründen alle voll­gepackt. Zweimal habe ich in Braunschweig mehrere Rochen Vor-. Lesung gehalten,- habe damals aber nichts von meinen Probeglä­sern wiedergesehen. Unglücklicherweise ist der Institutsgehil­fe damaks auch eingezogen gewesen und inzwischen verstorben, sodaß heute niemand im Institut ist. der Bescheid weiß. Ich glaube kaum, daß Dorn, der auch seit längerer Zeit beim Heere ist, Ihnen helfen könnte. Durch die ausgezeichneten Aufschlüs­se,- die durch den Bahneinschnitt und den Mittellandkanal bei Braunschweig entstanden waren, hatte ich eine lickenlose Serie größerer und kleinerer Proben zusammen gebracht.

Seinerzeit sünd aber noch von vielen anderen systematisch. Pro­ben im Mittellandkanal, z.T. in meinem Beisein oder mit Hilfe meiner Aufnahmen gesammelt worden. So z.B. von Dr. Hecht .für - die Deutsche Vacuum-Oelgesellschaft (sehr ausgiebig), von Dr. Ziehend erg. fur^das Institut für Brennst off geol. in Freib erg/So.. Dann inbe ich Reichs amt' f-.r Loclanf or s cuung in Berlin mit

Proben, ebenfalls für Foraminif eren-Unt ersuchungen, versorgt.

Das 'Reichsamt wird sicher über die größte Probensammlung verfü­gen.. Etwas anderes ist es wenn Sie auf meine Mithilfe bei der Beschaffung von neuen Proben durch Bohrungen reflektieren soll ten. Dazu wäre iedoch Stellung eines Uk-Antrages beim OKH, Lei­tender Heere^eologe, Berlin-Hannsee, Bismarckstr., 4, erforder­lich. ' -

Im übrigen möchte ich Ihnen empfehlen, der von mir R"r die Bohrprobenbestimmung eingeführten Methode der photometrischen Untersuchung'der Tonproben näher zu treten. Meine Arbeiten,die die Unterkreide betreffen, sind erschienen in der Zeitschrift der Deutschen G-eolog.Ges. in Brunnenbau und Bohrtechnik' 1 , im Jahrbuch des Reichsamtes irr Bodenforschung für 1936. Die Dis­sertation von meinem Schüler Hhlenhaut( T-T ber Lias und Dogger) im Jahresbericht de.s Niedersächsischen geolog.Vereins Hannover. Manches davon wird dort wohl vorhanden s-ein.

In der Hoffnung, Ihnen durch diese Hinweise irgendwie von Nut­zen gewesen sein, verbleibe ich mit den besten Grüßen und Pünschen für gute Erfolge Ihrer Arbeit

tfhs ln'm.

Ihr ergebener