Gebrüder Krauss - Ottenbach a. M.

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Den 24/5/45.

Sehr gehhrter Herr PROFESSOR I

In höflicher Erwiederung"Ihres sehr geehrten Schrei­bens möchte ich folgendes klarlegen.

Ich halte es nicht für möglich, d^ss meine Tochter, die

ja her

ts Arbeite

und Kriegshilfsdienst abgeleistet hat

nochmals

zu einem Einsatz heran gezogen'°rden könnte. Zudem war sie ja auch als Flakhelferin tätig und hat sich s«mit wabrha ^tig genügend für das Vaterland eingesetzt, während so. viele andere bis heute n»ch v,n all dies-n unangenehmen Dingen ('fern hielten. Im übrigen ist mir von einer derartigen Massnahme nichts bekannt und wurde mir v«m hiesigen Arbeitsamt versichert, dase e- därüber beruhigt sein

könnte »

Es ist mir nun, da Sie ja so sehr viel gutes für meine Toch­ter taten, peinlich Sie wiederholt bitten zu müssen, dieselbe doch bei Ihrer Mutter zu belassen. Bedenken Sie doch gef., in welchem Zustand sich meine Frau befindet. Alle Kinder in steter Gefahr. Ein Sohn in Italien, der andere in Russland., eine Tochter bei den Fran­zosen an der schweizer Grenze, deren Mann seit 1ten De". vermisst. All dies genügt, um die Nerven einer ohnedies schwächlichen Natur zu zerrütten. Dazu kommt die stündliche Sorge einer evtl, Evacui- nnng. Ich selbst bin durch tägliche Conferenzen und durch ewiges zurückholen von verlagerten Taren sehr viel abwesend und so halte ich es unbedingt für meine Pflicht und Schuldigkeit dafür zu sor­gen, dass das einzige Kind, das meine Frau noch hier hat, als auf­munternde Stütze Ihr verbleibt.

Die ganze Sache ist mir ja aüsserst unangenehm, doch bitt ich, mit uns zu fühlen und meinem Wunsche zu entsprechen.

Mit den besten Grüssen

t GLLtfi