Herrn

Polizeirat EHLERS Polizeipräsidium Frankfurt a_.M.

10.10.1944

Sehr verehrter Herr Polizeirat!

Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie mit dringen­

den .Angelegenheit behelligen muss. Leider ist es mir nicht mög­lich, persönlich bei Ihnen vorstellig zu werden, da ich hier im Ausweichlager des Museums festgehalten werde. Ich hoffe indes, dass Sie wie seither unserer Bitte entsprechen werden.

Ich wäre Ihnen sehr zu Dank verbunden, wenn sie die Fahrt- Erlaubnis für das Motorrad von unserem Gefolgschaftsmitglied Fr.SCHOLL nochmals um 8-12 Wochen verlängern würden, ^ir sind mit unserer geologischen Abteilung nach der Zerstörung des Ge­bäudes in Ffm. in d<tf&- Nähe von Hungen/Obh. verlagert worden.

Die dank dem Eingreifen der Gauleitung erstellten 5 Doppelbehelfs=| heime liegen fernab von den Dörfern mitten im Walde. Die beiden Arbeitsstätten liegen selber wieder 3 km auseinander. Die anderen 47 Ausweichlager des Museums liegen zwischen Neckar und ^hön, Vo­gelsberg, Rhein verstreut, meist weit von den Bahnhöfen entfernt. Bei uer dariigagd notwendigen Wartung und Pflege der einmaligen, unersetzlichen Forschungs-Sammlungen - wir verweisen auf den bei­liegenden Sonaeraruck von Herrn Prof.Dr.P.Richter ^S^nckenberg- Museum: Schutt und Asche."- ergeben sich Eilfälle,wir ohne das Motorrad überhaupt nich t s^ erledigen könnten, zumal die zwitge= müssen Schwierigkeiten durch die Alarme verursachten schlechten Zugverbindungen oder gänzlicher Ausfall von Zügen jeden Tag grö= ßer una größer werden.

Wir haben noch eine kleine Benzinmenge für die dringendsten Fälle aufgespart und bitten uns für diese das Motorrad genehmi­gen zu wollen.

In uer Hoffnung auf Erfüllung unserer Bitte und im Voraus besten Dank.

Heil Hitler!

SENCKENBFRGISCHE NATUPFORSCHENDE GESELLSCHAFT