Herrn
Oooef Hefter Koblenz Hchenzallernstr.25
20.11.19*5.
Sehr geehrter Herr Hefter!
Sie sind mir mit Ihrem. Schreiben zuvor gekommen. Ich hatte I schon die ganze Zeit die Absicht, mich einmal nach Ihrem Schicksal und Ergehen zu erkundigen und bin nun erfreut, aus Ihren Zeilen zu er sehen 2 daß Sie <ie Letzten Monate einigermaßen gut uberstanden haben. Besann I ders erfreut oar ich über Ihre Anfrage, aus der ioh ersehe, daß Sie Ihre a te liebe Tätigkeit nicht vergessen haben und- wieder aufzunehmen gedenken. Ihre Frage hinsichtlich der Bezahlung ist sehr schwierig zu beantworten. Zur Zeit lassen sich, wie Sie sinh denken Können , über= haart keine Pläne machen. Die finanzielle Lage unserer Gesellsohaft ist durch den Verlust von 7 Afiures n (von 9), Nicht eingehen von Mitgliedsbeiträgen von gefallenen, gestorbenen oder verzogenen Mitglied dem vollkomen unklar. Ob der städtische Zuschuß weiter bezahlt wird und wann, in w- Icher Höhe, steht auch -och nicht fest. Kurz und gut,
Sie sehen daraus, daß die Gesellschaft einer nicht sehr rosigen Zu » nu ft entgegensieht. Trotz allem, wir verlieren den Mut nicht. Was un= sere „Vater” nach dem ersten Weltkrieg erreicht haben, wollen auch wir vers ohen, obwohl, das muß gesagt werden, ir es heute durch die Verluste der Anwesen, der schweren Schäden an unserem Museums-Gebäude ( ) Volltreffer, keine Fenster und Türen , ganze Teile ausgebrannt), der fast vollständigen Verniol.tung unserer schönen Schau-Schränke es br tend schwerer haben. Unter diesen Umständen müssen wir leider notgedrun gen knnsiohtlieh des Personals an Abbau-Ptäne denken. Ich fürchte, daß wir schon in Kürze zu den ersten E tlaesungen schreiten müssen, damit nicht da; Ganze gefährdet wird.
Sie werden verstehen, daß wir unter diesen unerfreulichen Ge sichtenunkten keine nuen Verpflichtungen eingehen können, zumal im Hinblick auf ’ie damit verbundene Verantwortung. Daß dies mir in Ihrem Falle besonders schmerz lieh ist, brauche ich nicht zu ersehnen. Aber da dar Leben weiter gehen muß und die deutsche Wissenschaft ihre in aller Welt anerkannte Stellung und Bedeutung beibehalten soll, mache .oh Ihnen folgend ec Vorschlag. Sie nehmen Ihre Sammel-Tätigkeit in dem früheren Stile 'wieder auf und Sie senden uns das Material zu, das wir alsdann übernehmen. Überlegen Sie <"ooh bitte, ob dieser Weg für Sie gangbar ist. Ich würde mich freuen, wenn sich auf . dieser Basis eine Zu *= sa.nmenarbei t in beiderseitigem Interesse ergeben würde.
Wir sind tüchtig am Werk. Die Verträge laufen, das Daoh wird zuerst erriohtet, - : ie Fenster eingebaut. Eins von den über 4 0 Ausweioh- lagern dev Museums haben wir noch bei den Kam nfho.n rr langen verloren.
Wew: dies nicht der Fall wäre, so hätten, wir von unseren Forschungs- Sammlungen fast nichts verloren.
Von Herrn Prof.Richter, der ja, wie Sie wissen, in Rumänien interniert ist, sind wir seit März ohne jede Naohrioht, obwohl wir alle Hebel in Bewegung gesetzt haben.
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