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Fl ak-Regiment Frankfurt a.M.
2 . H. Herrn* Regimentskommandeur Oberstleutnant FUSS
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28. 2. 44
Sehr geehrter Herr Oberstleutnant!
Die Senckenbergische Naturforsehende Gesellschaft erlaubt sich,in einer dringenden Angelegenheit an Sie heranzutreten.
Der Reichsforschungsrat hat zur sicheren Unterbringung der wert« vollen Sammlungen des Katur^Museums Senckenberg Holz-und Eisen-Scheine “iflir Verfügung gestellt. Obwohl der diesbezügliche Auftrag zur Anfertigung ron Insektenkästen bereits im September 1942 erteilt worden isr, hat sich durch verschiedene Umstände die Herstellung immer und immer wieder verzögert. Schliesslich musste mitten in der Arbeit abgebrochen werden, da der Hersteller, FRITZ HASSE,Weinböhla, einberufen wurde. Gefreiter Fritz HASSE (L 54^00 C,Lg.P.A.Paris) befindet sich zurzeit bei Ihrer Einheit und wir erlauben uns die Anfrage, ob Sie ihm nicht zur Fertigstellung der Kästen einen Arbeits„Urlaub von 6-8 Wochen gewähren könnten.
War die Unterbringung unserer empfindlichen und für die Wissenschaft unersetzlichen Forschungssammlungen in den Kästen bereits Jetzt schon dringend, so ist sie nun, nach dem schweren Volltreffer auf das Museum am 8.2.44 noch dringlicher geworden. Da unser Haus fast aller Fenster, Türen und Schränke beraubt ist, alle Räume verwüstet sind und mit weiteren Angriffen gerechnet werden muss, müssten -wir die wertvollen, z.T. einmaligen Sammlungen des Museums nach auswärts in Sicherheit bringen. Dank dem ^.ngreifen der Gauleitung sind uns sofort Räume und Fahrzeuge zugewiesen irden, sodass fast täglich ein Lastzug abrollen kann.
N^turgemäss sind diese Ausweichlager nicht mit den im Museum eigens für diese Zwecke gebauten Räumen zu vergleichen. Die auftretenden Gefahren Schädlinge, Feichtigkeit, Schimmel, Rost) bedrohen die Sammlungen mit uer Zerstörung, wenn nicht durch Verschluss in fest scbliessenden Sammlungskasten dagegen^angekampft wird.
Durch die Gewährung des Arbeitsurlaubes würden Sie unserem Museum und der deutschen Wissenschaft zur Erhaltung wertvollen Forschungsgutes —leider sind durch die Terrörangriffe bereits an vielen Stellen grosse Schäden und nicht wieder gutzumachende Verluste entstanden— einen grossen Dienst erweisen. Wenn die Sammlungen des Senckenberg-Museums auch noch zerstört werden sollten, werden manche Zweige der Wissenschaft in Deutsche lanu nicht mehr studiert werden können und bei der Erschliessung von Bodenschätzen im Inland wie in fremden Erd^teilen wären wir dann ganz von der Gnade des Auslandes abhängig.
Heil Hitler!
SENCKENBERGISCHE NATURFORSCHENDE GESELLSCHAFT
Prof.Dr.Rud.Richter