Herrn V. Häntzschel Leutnant & Adjutant Einheit 26564

6.12. 44

Lieber Herr Häntzschel f

Herzlichen Dank für Ihre Karte, die mir zu meiner Freude wieder einmal ein Lebenszeichen von Ihnen brachte.

Die Nachricht von Herrn Prof. Richter stimmt. Er ist am 20. 8. 44 dienstlich zu Prof, Krejci-Graf gefahren und ist gerade wenige Stunden vor dem Umsturz in Bukarest eingetroffen.

Nach einer langen, quälenden yfartezeit haben wir nun vor 3 Lagen von ihm über Schweden von Bukarest Rachricht erhalten. Wir wissen nun wenigstens, dass er unter den Lebenden weilt und er sich auf rumänischem Boden befindet.

Mir und meiner Familie geht es soweit noch gut. Aller­dings bin ich seit langem Strohwitwer, und nur an den Sonntagen kommt man nach schwieriger, lebensgefährlicher Fährt zu einem kurzen Besuch nach Hause. Sie wohnt in der he der Ronneburg in einem kleinen Häuschen, das bereits einmal im Jahre 1943 durch Volltreffer zerstört worden ist. Vor etwa 3 Wochen ist ganz in der Rahe auch wieder eine Bombe gefallen. Kurz und gut - man ist nirgends sicher.

Unsere Abteilungen arbeiten auf dem Lande in mehr oder weniger kümmerlichen Verhältnissen. Aber wir sind zufrieden, dass wir nach schwerem Kampf, viel Arbeit und noch mehr Sorgen alles Wertvolle aus Ffm. herausgeschafft haben. Run erheben sich die Fragen : Was kommt nun und werden die 48 Ausweichlager des Museums den Krieg überstehen ?

Ich freue mich zu hören, dass es Ihrer Familie und Ihnen trotz der vielen Arbeit gut geht. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass es so bleiben möge, und dass Sie vor schweren Angriffen weiter verschont bleiben«

Mit herzlichen Grüssen und

Heil Hitler !

Ihr