Herrn
Albert Scholl
2.2t. Arzfeld *
über Neuerburg/Eifel
22. 11. 44
Lieber Albert 1
Herzlichen Dank für Deinen Brief vom 6.11. 44 an Herrn Prof. Richter, der uns hier in der Nähe von Hungen erreichte. Ich schliesse aus Deinen Zeilen, dass Dich mein Brief vom nicht erreicht hat. Da ich Dir darin alles Nähere geschrieben habe, lasse ich Dir anbei eine Abschrift zugehen.
Aus Deinem Brief ersehe ich mit Schmerz und Wehmut, was Ihr Beide alles durchgemacht habt, welche Sorgen und welches Leid Ihr habt durchmachen müssen. Darüber hinaus vertrieben von Haus und Hof, nichts mehr sein Eigen und zuguterletzt sogar noch von den eigenen Volksgenossen beraubt. Es ist schlimm, dies sagen zu müssen und bitter, dass die Saar - Bevölkerung daraus den verständlichen Schluss zieht .
Prüm in Schutt und Asche, Schönecken unter Beschuss, Brandscheid vernichtet. Es ist fürchterlich. Diese schönen vertrauten Dörfer und Städtchen sind nicht mehr und die anderen werden von der alles vernichtenden Kriegsfurie nicht verschont bleiben. Meine Gedanken waren oftmals in dem bedrohten Gebiet, stets suchte ich aus den Wehrmächte- oder Lageberichten irgend etwas über die Eifel zu erfahren, aber leider waren meine Bemühun gen alle vergebens. Nun höre ich erst durch Dich, was sich dort zugetragen hat und wie es dort aussieht.
Hoffentlich geht es Dir und Deiner Erau weiter gut.
Vor allem wünsche ich Dir alles Gute in Deiner jetzigen Tätigkeit Hast Du übrigens etwas von Deinem Bruder gehört 7
Ich hoffe, dass Dich dieser Brief erreicht, damit Du endlich eine ■.Nachricht von uns erhälst.
Mit herzlichen Grüssen und Wünschen
Dein
Anlage.