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li . iü .1944
Lieber Herr Schäfer!
Seit einigen Tagen liegt Ihr Brief auf meinem Schreibtisch, ohne dass Ich zum Schreiben gekommen bin. Nun trifft sieben Ihr zweiter Brief ein, der aber*nunmehr trotz aer vorliegenden Arbeiten sofort beantwortet werden soll.
Herr Prof .RICHTER ist am Sonntag, 8.1944 nach meiv
abgereist una am Dienstag früh von dort aus nach Bukarest weiter gefahren. Pr ist m.E. am Mittwoch Nachmittag wenige Stunden vor dem Umsturz in Bukarest eingetroffen. Von Wien, kurz vor Abgang aes Zuges, liegt aie letzte Nachricht vor. Auch von dem Leiter der Kontinental-öei A.G., Prof.X.KREJCI-GRAF, auf dessen Einla= düng er nach dort gefahren ist, liegt keine Nachricht vor.
Ich bin bereits Anfang September beim Auswärtigen Ministeriur in Berlin, beim xultus-toiriisLerium, beim Beauftragten für die Mineral ölforschung Prof.Dr.BFNTZ vorstellig geworden, habe aber überall keine Auskunft erhalten können. In der Zwischenzeit habe ich einen Nachforschungs-nntrag beim Roten Kreuz eingereicht und Krau Prof.FICJITER hat den Bischof von Limburg um eine Anfrage bei der beim Vatikan eingerichteten Stelle ££beten. Von beiden Stellen liegt noch kein Bescheid vor, der sraer auch noch nicht da. sein kann.
Vor einigen Tagen erhielt ich durch einen Bekannten die Mitteilung, dass das Genfer Rote Kreuz bereits über einen zur Zeit des Umsturzes in Bukarest tätigen $inisterialbeamten aus= kunfc erteilt hätte. Dieser Herr ist von den Rumänen verhaftet, den Russen ausgeliefert unu nach Moskau transportiert worden.
Es ist hierbei noch hinzugefügt worden, dass die "auf diesem Wege sich befindlichen gut behandelt werden würden."
Wir können nur hoffen, dass Herr Prof.RICHTER vor dem Schlimmsten bewahrt worden ist.
Bei aem letzten Angriff haben wir wieder eine Vielzahl von Brandbomben im Haus gehabt. Der 4. und 5.Stock vom Vorderhaus
ist nun restlos abgebrannt. Der oberste Stock vom "'uerbau mit den Arbeitsräumen von MOLL und TEIEBBL ist auch abgebrannt.
Geberall treten nun Wasserschäden auf. Es regnet durch alle Stockwerke hindurch bis in den ersten Stock, ^'enn wir nicht bald ein Notdach bekommen, werden im Laufe des winters die Decken eine nach der anderen herunter kommen. Es ist fürchterlich, wie man dieser Zerstörung unseres schönen Hauses tatenlos Zusehen muß una trotz aller Bemühungen, Laufereien, Zusagen, Versprechungen keine Hand sich rührt. Die Sorgen der Stadträte und der Leiter für die Sofortmaßnahmen sind im Hinblick auf die großen Schäden ja leider so groß, daß diese auch beim besten Willen infolge der Knappheit an Material den Verkehrsschwiurigkeiten nicht helfen können. Sie können sich kaum vcrsteHeny wie unsere schöne Staat aussieht. Nur noch Schutt, Asche und ausgebrannte