Frankfurt a. M., Jen Seacltenberg'Anlage 27

28.10.1944.

Direktion

der

Senckenbergischen Bibliothek

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Sehr geehrter Herr Professor Reuling,

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gestern war Herr Professor Oehler hier um Raum im Keller für die Unterbriggurig der Studentenbueherei zu be­schlagnahmen.

Gleichzeitig wollte er sich über den Portsang der Verlagerungsarbeiten erkundigen. Er beanstandete sehr, dass noch nicht mehr Bücher inzwisehen(Ende Aug.war er hier) fort­gekommen seih®. Dass im S^pt.durch die schweren Angriffe hier so viel zerstört wurde und wieder erst in Ordnung ge­bracht werden musste, die lange Bahnsperre war, das machte weiter keinen Eindruck auf ihn. Es müsste unbedingt möglich gemacht werden ausser dem nächsten Waggon am Mohtag weitere Wagen zu bekommen. Wenn das dicht durch den Reichsbahnrat zu^erreichen sei, müsste man eben zum Präsidenten gehen. Ausser dem könne doch durch die Fahrbereitschaft^ein Möbelwagen direkt nach Oberfranken gebracht werden können.Herr Ober­bürgermei ster verlange, dass die Bibliotheken verlagert würden. Die~Sicherung der Bestände sei die Hauptsache,die AÜsleih- möglichkeit komme erst in zweiter Linie. Darum müsste auch die Hahdbübl.sofort in den Keller gebracht werden u.alle Bücher aus dem oberen Magazin in das untere verbracht werden. Das wollten wir jetzt alles nach dem Abtransport desletzten Wagens in Angriff nehmen. Herr Prof.0.bestimmte", dass vorläufig die Fahrten nach Michelnau zum Ordnen der Bücher eingestellt werden müssten. Dass die Bücher dort zu kriegswichtigen Zwecken gebraeuht werden,und dass die Geologie kriegswichtig ist, das~verneinte er. Auch auf meinen Einwand, dass Sie An­spruch auf Erfüllung Ihrer Wünsche hätten, da wir ohne Sie garnicht fertig geworden wären, meinte er, das sei auch so ge­

gangen.

Da wir nicht glauben, dass vorläufig ein weiterer Versand nach Oberfranken ermöglicht werden kann, haben wir trotzdem vor, weiter nnach Michelnau zu fahren. Würden Sie bitte direkt an Herrn Prof.0.schreiben, und ihm noch sfc&bst die Kriegswichtigkeit der Arbeiten auseinandersetzen,auch wie Sie uns geholfen haben,nicht nur durch die Besorgung der Wagen, sondern auch durch die Hilfe Ihrer Leute . , . ......

Es war sehr schade, dass Frl.Meurer gerade m Michel

nau war und mir nicht bei stehen konnte. Eine Unterbrechung der Michelnaufahrten,gerade jetzt,'woi 4 die Witterung die Fahrten noch nicht unmöglich macht, wäre sehr unangebracht.

Hoffentlich hat Ihr Schreiben an Prof.Oehler güten Erfolg. *

Mit freundlichen Grüssen!

Heil Hitler!