Fräulein

Helene MEURER Senckenberg-Bibliothek

18 . 10.1944

Sehr geehrtes Fraulein Meurer!

Ich lasse Ihnen anbei die zweite Wunsch-Liste über Zeit­schriften zugehen. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn "ie mir das Auxfinaen der ersten dringend benötigten Zeitschriften ankündigen würden.

Wie steht es eigentlich mit den Ordnungs-Arbeiten in Mi» chelnau? Gehen diese rüstig vorwärts? Wie weit sind Sie gekommen? Wieviel Arbeitskräfte stehen Ihnen für diese Arbeit zur Verfügung? Wann werden Sie die gesamten Bücher geordnet haben? Wann kann der Beton-Fussboden gelegt werden? Wie steht es mit dem elektrischen Licht? Wenn die Leitung noch nicht gelegt sein sollte, bitte ich Sie, bei der Firma vorstellig werden zu wollen. Wie heisst die Firma?

Ich erwarte alsbald Ihre Nachricht, damit ich allfällig auch vorstellig werden kann.

Herr Dr.RAUSCHENBERGER hat wegen des Bücher-Versandes nach Oberfranken an mich geschrieben. Ich warte noch Ihre Nachricht hinsichtlich des nächsten bezw. letzten Waggons ab. Die Transport» Schwierigkeiten werden mit jedem Tag grösser. Je länger wir warten, desto aussichtsloser wird die Gestellung von Waggons werden.

Ich hoffe, dass heute die letzten Bücher nach Michelnau gebracht worden sind. Hoffentlich haben Sie Herrn POPP den Platz für das Ablegen der Bücher genau bestimmt.

In Erwartung Ihrer Nachricht, mit besten Grüssen und /

Heil Hitlerl

SENCKENBERGI3CHE NATUPFORSCHENDE GESELLSCHAFT

Prof.Dr.H.Th.Heuling