Hern).

Prof, Dr, Hertens Oberlais

17-9. 1945

Lieber Herr viertens !

Ich komme heute mit zwei Bitten*

1/ Wie Sie wissen# bemühe ich mich seit langem den T auschv er kehr mit Amerika in Gang zu bringen. Nach vielen Besprechungen habe ich endlich eine Zusage erhalten* Sun möchte Ich natur gemäss das Eisen schmie len, so lange es heiss ist und möglichst bald sagen können, dass alles zum Versand bereit steht. Obwohl ich seit Monaten die Damen der Bibliothek gebeten hatte, alle Vor­bereitungen für. den Versand zu treffen, ist doch herzlich wenig getan und sehr langsam gearbeitet worden* Mir wurde mitgeteilt:

"Dass es so schnell gehen würde, haben wir nicht gedacht, wir glaub ten, dass es noch Jahre daikern würde. " Nun habe ich mich für eine schnelle Durchführung der Arbeiten eingesetzt und auch die Kräfte des luseums zur Verfügung gestellt. Aber auch bei uns hat die Beschaffung der notwendigen Schriften' aus den Ausweichlagern nicht geklappt, obwohl ich in geringen Zeitab- ständen an die Aufträge erinnert habe. Nun stösst das schnelle Herbeiholen der Zeitschriften auf Schwierigkeiten, da wohl, gemäss, meinen «Angaben bei dem Verpacken der jeweilige Inhalt listenmässig festgehalten wurde, diese listen aber heute nicht vorhanden sind. Wenn also jetzt aus den Ausweichlagern Zeitschriften zurückgeholt werden müssen, so müssen unter Um­ständen jweils alle Kisten geöffnet werden. Für den Versand mussten Zeitschriften aus Ramhols und Oberbessingen geholt werden. Da dies erst in einer gewissen Seit möglich sein wird, erlaube ich mir die Frage, ob Sie mir nicht mit Abhandlungen Nr. 466 (20 Stück) aushelfen könnten. Die Hefte würde ich Ihnen in etwa 3-4 Kochen wieder zurückgeben können.

2/ /öle Seit des Fiihre^prinzips ist zu Ende und die Demokratie hat ' wieder ihren Einzug gehalten. vvie Sie sich denken könne; , wird man in einiger Seit erneut vorstellig werden und die Wieder­herstellung der alten Selten fordern. Ich kann mir vorstellen, dass man dann wieder den ehemaligen Verwaltungsrat aus der Mottenkiste hervorholen wird.HHiermit würde dann wieder die Parteien- und Gruppenwirtschaft, der Kampf gegeneinander auf Kosten der Gesellschaft in den Vordergrund treten. Dem gegen­über stehe ich nicht an, zu sagen, dass die letzten 12 Jahre eine rühmliche Ausnahme gemacht haben und die Interessen der Gesellschaft und aller ihrer Abteilungen in jeder ..'eise und in jeder Richtung gefördert worden sind. Ich bin der festen Ueber- zeugung, dass Sie der gleichen Meinung sind und ;äre Ihnen sehr zu Dank verbunden, wenn Sie mir dies im Hinblick und zu Gunsten

des