Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft

gegründet 1817

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Frank^uft a. M. t den

Senckenberg-Anlage 25

8.1.1946.

Lieber. Herr Reulingi

Auf den mir übermittelten Brief von Frl.Dr.Franz komme ich Ende dieser Woche zurück, wenn ich wieder in Frankfurt bin. Ich mochte aber schon heute bemerken, dass der wesentlichste Punkt darin überhaupt nicht erwähnt wird: die Abreise Frl. Wolfart*s aus Oberlais ohne mein Einver­ständnis! In Oberlais befinden sich ja die wertvollsten Stücke der ZoolJ Abteilung: Quagga, Seeotter, Dronte, Riesenalk und andere ausgerottete Vögel, die gesamten Kolibris, die gesamten ReptilienTypen usw.usw. Und diese schätze, deren Wert viele Millionen beträgt, kann man doch heute einfach nicht ohne Aufsicht lassen! Deshalb halte ich meinen Vorwurf Frl.Franz wie Frl.Wolfart gegenüber aufrecht, dem eine Fahrt nach Hause wichtiger sx erschien als die Betreuung der Sammlungen.

Zu meinen lebenden Tieren bemerke ich, dass es sich dabei keines­falls nur um mein Privateigentum handelt. Denn die gegenwärtig wertvoll: ten Stücke sind vom Museum angeschafft worden und bilden einen Bestand­teil unserer wissenschaftlichen Sammlung. Sie dienen meiner Forschungs­arbeit, und ihre Betreuung gehört - solange sie sich in den musealen Räumen befinden - genau so zu dienstlichen Obliegenheiten einer Labo­rantin wie die Pflege von lebendem Tiermaterial in einem Zoologischen Institut oder einer biologischen Station.

Am 11. Januar wird vr^Kl^ngelhöffer 75 Jahre alt. Ich wäre Ihnen im Interesse meiner Abteilung^wenn ihm das Museum oder die SNG ein kur-

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