Wohnungsamt Frankfurt a/IIaln

29.9.45

B etr. Oberpräparator Oh. Kopp, Ffa-Süd« Piesterwegstr. 29.

Oberpräparator K o p p, seit 1907 in unserem Museum, i

einer der besten Dermoplastiker in Deutschland. Er hat die allen Fachgenos en, besonders von dem weitgereisten Prof.Heck als erstklassig anerkannten lebensgruppen aufgebaut. Ausserdem e§ führt er die laufenden notwendigen Arbeiten der zoologischen Ad--^ teilung durch ; das Präparieren und Haltbarmachen von eingeliefer­ten Tieren, das ufstellen von Stücken für die Scaausammlung, die Pflege der Präparate der Forschungssammlung. Selbst die drin­gendsten Arbeiten zur Erhaltung unersetzlichen Forschungsgutes, erst recht aber eine Heuaufstellung von Tieren für die Schau­sammlung oder gar der Wiederaufbau der lebensgruppen sind uns ohne Herrn Kopp unmöglich, ja sogar die Wiederinstandsetzung der bereits ausgestellten, aber bei den Transporten oder in den z. T, ungeeigneten Ausweichlagern unter Feuchtigkeit, Hitze oder Kälte beschädigten Tiere ist ohne Kopp nient durchzuführen. Es muss hierbei auch berücksichtigt werden, dass der zweite Oberpräpa­rator Koch im vergangenen Jahre verstorben, ein Schüler von Kopp in Italien gefallen und ein zweiter von der deutschen Welirmacht noch Anfang 1945 als wehrdienstuntauglich entlassen worden ist,

niemals mehr aufnehmen kann. I

i

Dermoplastiker gibt es in DeutschÖgüi^a'rfuff ganz wenige j

und nur an den allergrössten Museen. Damit ist aie Zahl der vorhandenen Präparatoren an und für sich bereits sehr klein, und dass damit die wirklich erstklassigen Kräfte im wahrsten Sinne mit der lupe zu suchen sind, dürfte ohne weiteres ver­ständlich sein. Der Beruf eines Präparators stellt hohe Anfor­derungen an anatomische, zoologische und botanische Kenntnisse, erfordert grosse Fähigkeiten im Malen, Modellieren» Zeichnen, Beherrschen der Methoden für Präparation von Tieren und Haltbar­machen von Pflanzen (die von Kopp z. T. selbst erarbeitet wurden Gerben, Sichern, Erhalten von zoologischen Sammlungen, ganz zu schweigen von besonderem technischen Verständnis für Schreiner­und Schlosserarbeiten. Darüber hinaus ist das Sezieren (das Herausholen der feinsten Knöchelchen in mühsamer Arbeit) von Kadavern, die bereits in Verwesung übergegangen sind, eine höchst unangenehme, ja sogar durch das Leichengift lebensge­fährliche Arbeit, zu der sich nicot jeder bereit findet.