Fräulein
Maria I A Y S S E R ( 24) Haaiburg-Harburg
Kreuzstrasse 4/II.
18.10.1944
Liebes Fräulein Kaysserl
Herzlichen Dank für Ihren Brief. Durch aen Umzug sind Pie und die Ihren nun erneut aus dem gfei rr geworfen werden. Hoffentlich haben Sie nun an dem neuen Wohnsitz etwas mehr Puhe vor den Fliegern .
Uns geht es gut, soweit man dies überhaupt mit gutem Gewissen sagen kann. Am 18.9. hat unser Museum erneut schwere Brandschäden hinnehmen müssen. Vom Strasaenbau ist nun auch noch der letzte Pest vom 4. und 5.Stockwerk den Flammen zum Opfer gefallen. Vom Querbau sinu die Arbeitsräume von Herrn TRIEBHL und Herrn MOLL vernichtet worden. Ich schätze, dass wieder etwa 80-100 Brandbomben auf unser Gebäude heruntergekommen sind.
Mein Haus in der Arndtstrasse ist nun auch schwer mitgenommen worden. Hach stundenlangem Kampf mit dem Feuer und 3 tägiger an= strengenster' Arbeit für Herunterwerfen des gesamten Schuttes konnte das Haus bis zum 2.Stock gerettet werden. Nun sind bereits 2 Decken vom 2.Stock heruntergebrochen. Ich fürchte, dass weitere in der nächsten Zeit nachfolgen werden. Handwerker, Bau-Material werden versprochen , aber es kommt nichts durch die Transport-Schwierigkeiten nach Frankfurt hinein.
Auch unser schönes Gebäuae zerfällt mehr und mehr. Im kleinen Hörsaal muss man bereits bei Pegenwetter den Schirm aufspannen. Im Laufe des Vinters wird Decke um Decke herunterbrechen.
Herr Deuse hat auch sein Heim verloren, aber Gott sei Dank den grössten Teil seiner Habe retten können. Fr wohnt nun mit seiner Frau im Museum una zwar in der früheren Küche und in dem Zimmer, in dem Frau Geh.Rat Schwrber gearbeitet hat.
Wir sind in der letzten Zeit nach Hungen übergesiedelt. Hier sind nun tätig: Herr Scholl, Frau Richter, Frau Lebeth, Frl.Perl,
Frl.Deuse, Frau Stiefel, Dr.Zilch und schon seit langem Herr und