Fräulein

Maria KRYSSER

( 24 )Hambu r g-Sinstorf Eickhof 3 c bei Herrn C.Scharf

5.1.1945

Liebes Fräulein Faysser!

Haben Sie herzlichen Dank für Ihren Brief und der Einlage, die ich an Rudolf und Renate weitergegeben habe. Beide haben sich sehr darüber gefreut und Renate hat mir Grüsse an die lau­te Kaysser aufgetragen.

Durch Herrn Dönni habe ich Ihnen die erbetene Bescheinig gung hinsichtlich der in Verlust geratenen Ueberweisungen zu» gehen lassen.Ich hoffe, dass Sie das Schreiben Inzwischen er­halten haben.

Vor kurzem hörte ich, dass wieder ein schwerer Angriff über Hamburg hinweggegangen ist. Hoffentlich sind Sie un die Ihren verschont geblieben.

Das alte Jahr ist zu Ende gegangen. Es erhebt sich die bange Frage, was aas neue Jahr bringen wird. Hoffentlich das Ende des Krieges und den Sieg.

Mit den besten Grüssen und Wünschen für 1945 von uns allen

Ihr

Nachschrift: Damit Sie wissen, wo und wie wir untergebracht

sind, lasse ich Ihnen anbei ein Bildchen zugehen.

Links: Haus 1 links 2 Zimmer Scholl

rechts : vorne !rau Debeth, nach hinten

Frl.Deuse

Haus 2: links vorne: Feuling, hinten: Gemeinschaftsküche

rechts: vorne: Arbeitsraum z.Zt. wohnen hier Frl.Perl

und Frl.Schirner

hinten: Frau Stiefel Haus 3: Prof .Richter

Rechts vom Weg: Geschäftszimmer, Arbeitsräume.

Dr.Zilch und Dr.Triebei (ist zum Ehrendoktor der Universität Ffm. ernannt worden) und Frl.Linke wohnen etwa 3 km von uns entfernt in 2 weiteren Behelfsheimen. In einer grossen Baracke sind die Arbeitsräume, Labors und das Photo-Labir untergebracht Herr Moll und Dr.Bartenstein mit Frau wohnen in Vlllingen.