Dresden, d. 19. Jan. 1944 Schillerstr. 41.

Herrn

Frof. Dr. Rud. Richter, Senckenb. Katurf. Ges.

Frankfurt a. II.

Hochverehrter Herr Kollege !

I

Heute folgende Mitteilung. Ich habe die Ab­sicht, der Senckenberg. Haturf. Gesellschaft wesentliche Eestände aus meinen wiss. Machlaß im Todesfälle zu übereignen. Desgl. 'möchte ich, daß unsre Senckenberg. Ges. alsbald in die wiss. Betreuung meiner Vogelinsel Langenwerder eingeschal­tet wird.

Um mit diesem Funkt zu beginnen. Die Vogelinsel ist Staatseigentum, diavviss. Betreuung liegt in weinen Händen. Die Verwaltung ist rechtlich einem nicht .eingetragenen Verein, der von mir selbst begründeten "Norddeutschen Vogelwarte-Ro­stock," die aber ihren tarnen ändern mußte in "Vogelschutz­station Langenwerder",anvertraut. Fraktisch wir^d die Ver­waltung besorgt von mir selbst und einigen interessierten Männern. Vorschriftsma/ßigerweise angehört die "Vogelschutz- Station Langenwerder" dem "Reichsbund für Vogelschutz-Stuttgart.

Mit Hilfe des Herrn Reichsstatthalters von Mecklenburg konnte ich auf Lgdr. ein 7/ahnhaus errichten (s. Einlage),das die Möglichkeit ruhiger Arbeit,Uebernachtung etc. bietet. Ich selbst bin in jedem Jahre viele 'Machen dort,soweit meine an­derweitige Tätigkeit dies gestattet. Die Insel ist von einem typischen " Windwatten-Meer" umgeben,das unsrer Gesellschaft vielfältige Arheitsmöglichkeiten bietet.

Ich möchte, daß die wiss. Betreuung nach meinem Tode bei unsrer Senck. Ges. liegt, daß die Gesellschaft bestimmt, wer dort arbeitet. Dabei kommen nicht nur orn. eingestellte