Dresden, d. 26. Juli 1944

Hochverehrter,lieber Herr Kollege !

Vor allem hoffe' ich, daß dieser Brief Sie trotz allem oei bester Gesundheit erreicht. Daß uns die Menschen erhalten bleiben möchten, die imstande sind, den Wiederaufbau zu bewältigen, das ist Hoffnung und Vor­aussetzung alles Weiteren.

Ich danke Ihnen herzlichst für Ihren so ausfünn Ionen xu-iet und Ihre mir darin zui* Ausdrucic geurachte Zuneigung, die mich gerade in der jetzigen Lage erfreut, und ,ich darf Ihnen dies sagen, gestärkt hat. Mitunter wollen die Nerven streiken. Inzwischen habe ich mich einem Arbeitsgebiet zu­gewandt, daß mir ungemein aussichtsreich erscheint, der Teichwirtschaft. Auch hier wie damals in der Forstwirtschaft, wo mir die Nonnenbekämpfung übertragen wurde, wieder eine Sondera.ufgabe: Erforschung und Bekämpfung der Bauchwasser­sucht der Karpfen. Sandte ich Ihnen damals die kleine,als vorläufige Mitteilung gedachte Arbeit über "Die Flugzeit der Nonne " ? Die ausführlichere Ausarbeitung ist ebenfalls seit lange so gut wie abgeschlossen, kommt aber leider z.Z. nicht zum Druck. Der Grundgedanke ist dieser: Die Vita­lität der Nonne ist offenbar um so größer, je zeitiger im Jahr die Flugzeit liegt. Daß dies so sei, erscheint mi auf Grund meiner in Sachsen gemachten Feststellungen gesichert warum es so ist, läßt*sich vermuten, muß aber noch im Einzelnen ergründet werden. Für die Praxis ergibt sich daraus, so dünkt mich, ein Hinweis von weittragendster Be­deutung: 1.) wahrscheinlich findet sich ein botanischer