Dresden, d . 4 .. Febr. 194b.

Hochverehrter, lieber Herr Holle

V*'ie seit Ilonaten unsre

Gedanken zu Ihnen, I^T" erden.

.jetzt starker denn je Ihre Gedanken zu uns herwandern-wo die

Züge der Flüchtlinge an meinem Fenster vorüberziehen. Noch hoffen wir ja, daß unsre liebe und schöne Stadt. mehrminder unberührt bleibt. Sofern Sie von dem damaligen Angriff übertriebene Gerüchte hören, können Sie.sagen: es kostete leider zwar auch-Tote, aber im wesent­lichen galt der Angriff der Sahn etc. Der weitaus größte Teil der Stadt blieb, Gott sei Sank, unberührt. Ich selbst war in der Landes­bauernschaft, wo im Hof eine Bombe explodierte und viel Scherben jjJk verursachte. Daß Dresden den Druck aus dem Osten jetzt spurt, versteht sich von selbst.

Eben dies ist für mich auch der unmittelbare Anlaß, Ihnen anbei ein kleines Lanuskript zu übersenden - für die Akten von

"Senckenberg". Ich weiß, daß meine Vorschläge nicht unbeachtlich

sind -wer,ob ich oder ein anderer, sie ausproben kann,ja, wer

kann das heute wissen !? Jedenfalls möchte ich die Gedanken dort bei unsrer guten "Kutter Senckenberg" wissen, der treuen und unbestechlichen Hüterin "lies geistigen Gutes.

Die erwähnte Zuss^menstellung vom 24. Okt. 1944 umfaßt

9 .Faschinenseiten; ich besitze sie nur noch einmal. Sofern ich

aber dazu komme, sie nochmals zu schreiben, erhalten Sie auch dies. Ev. ohne ein Begleitschreiben. Ich hoffe, mit der Sendung grad noch unter 20 g zu bleiben. ,/ie ists eigentlich diesbezüglich mit Eanuscripten ?

Venn möglich, rill ich nun, nachdem dies hier abgeschlos­

sen, die gedachte kurze ritteilung über die Nonne schreiben- und

dann soll ja eigentlich ein Buch über die Vogelinsel folgen !

Pläne-und. Hoffnungen !! Irgendwie müssen vir durch ! In diesem

unsre "Kutter"

Sinne mit vielen herzlichen guten Wünschen für Sie selbst und unsre "Kutter" . stets Ihr