Natur-Museum Senckenberg

der Seiukenbergisdien Naturforsdienden Gesellschaft gegr. 1817

Ruf 78954

< Zeitscfirifien t Natur und Volk Abhandlungen der 5. N O. Senckenbergiana Ardilv kür Molluskenkunde

Herrn

Prof.Dr. Reuling Hungen

Postscheck r Frankfurt a. M. 7985 Stadtsparkasse Frankfurt a. M.

Girokonto 760 15 Frankfurter Bank 2129

Forschungs-Anstalt für Meeresgeologie Senckenberg", Wilhelmshaven

Ihr Zeichen

Frankfurt a. M., Senckenberg Anlage 25

d 2S.11.44

Lieber Herr Professor!

Heute erhielt ich Ihren Brief vom 17. bezw.20 ds.Mts. und danke Ihnen bestens.

Zunächst der Vertrag mit der Gemeinde Oberlais.

Ich habe noch inner keinen Bescheid von Ihnen, was die Schul­behörde geantwortet hat, bin aber dennoch gestern zur Rür?.?f?r_ meisteret gegangen, traf aber leider den Bürgermeister Leider ist der Mann zu alt und Eroddelig und kann beim besten Willen sein Amt nicht richtig ausfüllen. Auch die Oberlaiser selbst klagen sehr darüber. Er verspricht und verspricht und hält nichts. Hätten wir uns nur nicht auf seine und anderer Leute Versprechen wegen des Kohlentransportes verlassen!

ÜD.

Wenn ich in Ihrem Brief lese, dass ein Anruf

genügt habe, um von Frau Becht eine Zusage zu bekommen, so muss ich lächeln. Glauben Sie denn, ich hätte dort nicht nach­gefragt? Wenn auch Frau B. sagt:» da, das wird sieh schon ein­mal einrichten lassen/»/kann^äann noch Wochen dauern, wenn es überhaupt gem<ucht wird, denn erstens hat Herr Becht kaum Zeit für uns nach Nidda zu fahren und zweitens fährt er über­haupt nicht gerne Kohlen. Alle Pferdehalter sollten hier viele Führen Holz für die Wehrmacht nach Nidda fahren. Sie sind zweimal gefahren und dann waren keine Wa .gens da. Bei einer solchen Gelegenheit haben die Leute natürlich Kohlen mitgebracht, doch sind ausser uns auch noch andere Evakuierte da, teils schon länger als wir und teils mit kleinen Kindern. Mir hat unser Nachbar im September eine Fuhre Briketts geholt und auch vorige Woche 2 Fuhren Holz. Heute ist er nun nach Nidda gefahren, um für Prof.Mertens und evt.Frl.Wolfart und mich (privat und Schule) Antrazit zu holen. Leider ,,ird der aber nur in kleinen Mengen von 2 Zentnern abgegeben.

Den Bericht von Frl.Perl habe ich bekommen.

Haben sich die Türen nicht in Hungen gefunden oder wo können sie denn sonst sein? Vielleicht könnte Frl.Perl von Babenhausen aus nach Beerfelden fahren und abends wieder zurück, weil dort die Quartierfrage etwas schwierig war. Frau Lürmann habe ich wegen Hirschhorn und Oberjosbach verständigt.

Ich werde voraussichtlich am Mittwoch nach Frankfurt kommen und hc^fe, dass ich Sie dann einmal am Donners­tag im Museum sprechen kann. Frl.Wolfart habe ich gestern mit einem ganzen Pack Aufträgen nach Frankfurt geschickt und sie war gestern Nachmittag im Museum. Hoffentlich geht noch ein Transport nach Michelnau, denn# wir haben noch allerlei Wünsche besonaers um unsere »Klause» nach obenhin abzudichten, wollen

K/0535